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Die Medien den Menschen

Tagung in Marburg beleuchtet Ende Januar das Verhältnis zwischen Bevölkerung, Regierungen und den Medien in Lateinamerika
Logo der Lateinamerika-Gruppe Marburg

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Marburg. Seit Jahren sorgen Konflikte zwischen privaten Medienkonzernen und linksgerichteten Regierungen in Lateinamerika für Schlagzeilen. In Deutschland wird sich nun vom 28. bis zum 30. Januar erstmals eine wissenschaftliche Tagung eingehend mit dem Thema befassen.

Im Orientzentrum der Marburger Universität findet am letzten Januarwochenende die Tagung mit dem Titel "Los medios de los pueblos? - Medien und Demokratie in Lateinamerika" statt. Organisiert von der örtlichen Lateinamerika-Gruppe wird dabei die Medienberichterstattung in und über Lateinamerika im Blickpunkt stehen. Das schließt die Vorstellung und Diskussion der neuen lateinamerikanischen Mediengesetze ebenso ein, wie die kritische Analyse deutschsprachiger Mainstream- und Basismedien, heißt es von Seiten  der Ausrichter.

"Wir wollen untersuchen, wie demokratisch die neuen medienpolitischen Konzepte der lateinamerikanischen Staaten sind", sagt Aktivistin Anna Dobelmann, Mitglied im Organisationsteam. Man wolle vor allem dem Paradoxum nachgehen, dass "Gesetzesinitiativen und Regierungshandeln in Lateinamerika zwar auf die Schaffung demokratischer Öffentlichkeit abzielt, viele deutsche Medien darin jedoch autoritäres Handeln und eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit sehen", führt die 28-jährige aus.

Gleichzeitig gebe es in Lateinamerika nicht nur eine lange Tradition unabhängiger Basismedien, sondern auch einen neuen Boom von "Bewegungsmedien", die von der politischen Basis aus demokratische Öffentlichkeit schaffen. Als deutschsprachiger Vertreter unabhängiger Lateinamerikaberichterstattung wird unter anderem auch amerika21.de auf der Tagung vertreten sein. So gehört Redakteur Harald Neuber zu den Vortragenden und nimmt auch an der abschließenden Podiumsdiskussion teil.

Neben Vorträgen und Diskussionen solle die Tagung Raum zur Vernetzung zwischen Journalisten, Aktivisten von der Basis und Wissenschaftlern bieten. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zugleich bitten sie um rechtzeitige Anmeldung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

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17.12.2010 Termin