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Spezialschiff verlegt Glasfaserkabel nach Kuba

Ankunft in drei Wochen erwartet. Fachleute betonen politische Dimension des Kommunikationsprojektes sowie dessen Umweltverträglichkeit

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Boot verlegt Glasfaserkabel
Schnelles Internet sowie Fernsehen und Telefonie: Das neue Glasfaserkabel wird verlegt

Caracas. Die Verlegung des Unterseekabels von Venezuela nach Kuba könnte schon Anfang Februar abgeschlossen sein, schätzt der Präsident von Kubas Telekommunikationsgesellschaft, Wilfredo Morales. In einem Interview mit dem venezolanischen Fernsehsender VTV sagte Morales, er gehe davon aus, dass das Kabel die Stadt Siboney bei Santiago de Cuba am 8. Februar erreichen könnte. Die geplante Erweiterung bis nach Jamaika könnte ab 11. Februar erfolgen, so Morales.

Die Verlegung des 1.600 Kilometer langen Glasfaserkabels begann am vergangenen Samstag. Im Sommer soll das Kabel in Betrieb genommen werden. Es besteht aus zwei Paar Glasfaserleitern, die über eine Kapazität von 320 Gigabyte pro Sekunde verfügen. Dies ermöglicht zukünftig eine umfangreiche Übertragung von Telekommunikationsdiensten, inklusive Fernsehen, Telefon und Internet.

Mit dem Projekt werde das US-Embargo umgangen, das auf der karibischen Insel lastet, sagte der Präsident von CANTV, Manuel Fernández, in der VTV-Sendung mit seinem kubanischen Kollegen. Das Projekt werde die Souveränität und den Fortschritt von Kuba und Venezuela gleichermaßen vorantreiben. CANTV ist der staatliche Telekommunikationsanbieter in Venezuela.

"Venezuela entschied autonom und souverän, das zu tun, was bislang niemand getan hat: Das US-Embargo gegenüber Kuba zu umgehen und den in Brüderlichkeit verbundenen Menschen die Möglichkeit zu geben, qualitativ besser und zuverlässiger zu kommunizieren. Das ist ein weiteres bedeutendes Kapitel der Zusammenarbeit zwischen Venezuela und Kuba.", sagte Fernández.

Morales ergänzte: "Dieses Kabel wird Kuba bessere Kanäle internationaler Kommunikation verschaffen, denn es gibt uns eine höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit - 3.000 mal höher als jetzt!" Kuba nutzt momentan Satellitenkanäle für die Datenübertragung, die das System der Verbindungen stark einschränkt. Das Unterseekabel wird zukünftig die Qualität der Verbindungen auf der Insel verbessern. "Das Besondere dieses Systems ist eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent", sagte Morales.

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Dieses Projekt repräsentiert eine zusätzliche, internationale, autonome und souveräne Telekommunikationslösung, weil es die Abhängigkeit von privaten Anbietern von Telekommunikationsdiensten verringert. Darüber hinaus beinhaltet es noch mehr Möglichkeiten, diesen Service anderen Ländern der Region anzubieten.

Keine Beeinträchtigung der Umwelt

Morales betonte, dass bei der Planung des Projektes darauf geachtet wurde, den Einfluss auf die betroffenen Ökosysteme zu minimieren. "Um die Genehmigungen von den involvierten Umweltbehörden der einzelnen Länder (Venezuela, Kuba, Jamaika) zu erhalten, mussten wir Studien bezüglich der Auswirkungen auf die Umwelt durchführen, um herauszufinden wie die Installation des Kabels letztendlich die involvierten Ökosysteme am wenigsten beeinträchtigt". Dadurch sei es nun möglich, das Kabel tatsächlich mit geringsten ökologischen Auswirkungen zu verlegen, fügte er hinzu. Außerdem seien weiterhin Umweltspezialisten an dem Projekt beteiligt, um so zu garantieren, dass im Verlauf der Verlegearbeiten kein Schaden am Meeresgrund angerichtet wird.

Das Kabel wird weitestgehend auf dem Meeresgrund ruhen, denn in den betroffenen Gebieten gibt es keine Strömungen, die es vom ursprünglichen Verlauf abbringen könnten. Lediglich an einzelnen strategischen Punkten wird der Meeresboden umgepflügt, um das Kabel einzugraben und so zu befestigen.

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