Venezuela / Soziales

Venezuela feiert Fortschritte bei Wasserversorgung

Erfüllung des UN-Millenniumsziels in Bezug auf Trinkwasserversorgung. Weiter große Investitionen und Partizipation bei Problemlösungen

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Präsident Hugo Chávez mit Regierungschefin von Caracas, Erika Farías, und Umweltminister Alejandro Hitcher im Barrio La Vega
Präsident Hugo Chávez mit Regierungschefin von Caracas, Erika Farías, und Umweltminister Alejandro Hitcher im Barrio La Vega

Caracas. Anlässlich des internationalen Tags des Wassers am 22. März hat die Regierung Venezuelas die Fortschritte des Landes bei der Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser

hervorgehoben. Während vor dem Antritt Hugo Chávez' als Präsident des südamerikanischen Landes noch 19 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu fließendem Trinkwasser gehabt habe, sei diese Zahl auf nur vier Prozent gesenkt worden, erklärte Chávez bei einem Festakt im Armenviertel La Vega in Caracas. Damit sei schon vorzeitig ein Ziel der UN-Millenniumskapagne erreicht worden. Deren Teilziel 14 im Bereich ökologische Nachhaltigkeit beinhaltet die "Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser" bis 2015.

Diese Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser ist neben großen Investitionen in diesen Bereich auch auf ein Partizipationsmodell in der Planung und Umsetzung von Wasserprojekten zurückzuführen. Die sogenannten "Wassertische" (Mesas Técnicas de Agua, MTA) sind Basisgruppen vor allem in den Barrios Venezuelas. Gemeinsam mit den staatlichen und kommunalen Wasserbetrieben arbeiten sie an der Verbesserung der Versorgung. Heute bestehen staatlichen Angaben zufolge etwa 7.500 dieser Komitees im ganzen Land. Die basisdemokratisch legitimierten Wassertische erstellen Analysen der Probleme in ihrer Nachbarschaft und koordinieren dann deren Lösung in in sogenannten Kommunitären Wasserräten (Consejos Comunitarios de Agua, CCA) mit Ingenieuren und Vertretern der Wasserbetriebe.

Größere Projekte werden neben Investitionen durch die Wasserbetriebe durch das Umweltministerium oder Sonderausgaben der Regierung finanziert. So wurde auch während der Feiern des Wassertages die Investition der Regierung in Höhe von 1,6 Milliarden Bolívares (etwa 270 Millionen Euro) in die Verbesserung der Wasserversorgung der Hauptstadt Caracas in den kommenden zwei Jahren verkündet. Die Instandhaltungsarbeiten am Aquädukt von Groß-Caracas sollen dabei von den Wassertischen überwacht werden. Seit 1998 habe die Regierung jährlich etwa 600 Millionen US-Dollar (etwa 420 Millionen Euro) in den Ausbau der Wasserversorgung investiert, erklärte Rodolfo Roa Delgado vom Umweltministerium am Dienstag. Insbesondere in der Hauptstadt ist die Wasserversorgung äußerst kompliziert, weil das Wasser aus weiter Entfernung in die auf etwa 900 Meter über dem Meer liegende Stadt gepumpt werden muss.

Die 1999 verabschiedete Verfassung Venezuelas verbietet die Privatisierung des Wassers, indem sie in Artikel 304 alle Gewässer zu "öffentlichen Gütern der Nation" erklärt. Im Jahr 2007 machte das "Wassergesetz" (Ley de Aguas) den Zugang zu Wasser zu einem "fundamentalen Menschenrecht".

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