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Konflikt um Mine in Bolivien beigelegt

Rivalisierende Bergleute unterzeichnen Vereinbarung. Reichhaltige Lagerstätte soll gemeinsam genutzt werden

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Dien rivialisierenden Bergleute unterzeichnen die Vereinbarung in La Paz
Dien rivialisierenden Bergleute unterzeichnen die Vereinbarung in La Paz

La Paz. Der Konflikt zwischen rivalisierenden Bergleuten in Bolivien ist beigelegt. Am Samstag unterzeichneten beide Seiten nach Vermittlung durch die Regierung eine Kooperationsvereinbarung. Vorausgegangen waren zum Teil blutige Proteste und Blockaden der Bergleute, bei denen am Regierungssitz in La Paz vor zwei Wochen ein Arbeiter ums Leben kam.

Auf der einen Seite des Konflikts standen Arbeiter des staatlichen Bergbauunternehmens Comibol, das nach der Verstaatlichung der Mine im Juni die Kontrolle über die Mine übernommen hatte, auf der anderen unabhängige Bergleute, die in Kooperativen zusammengeschlossen sind. Nachdem die Arbeit in der zweitgrößten Mine des Landes für einen Monat aufgrund der Proteste ruhte, soll sie am heutigen Dienstag oder spätestens am morgigen Mittwoch wieder aufgenommen werden. Dabei bekommen beide Seiten einen Anteil an der begehrten Lagerstätte Rosario, deren Ausbeutung Auslöser des Konfliktes war.

Regierungsminister Carlos Romero nannte die Lösung "historisch", da beide Seiten darüber übereinkamen, künftig gemeinsam zu arbeiten. Es habe sich um einen der kompliziertesten Konflikte der vergangenen Jahre gehandelt. Laut der Vereinbarung zwischen beiden Seiten, solle die gesamte Bevölkerung von Colquiri künftig in Frieden und Harmonie gemeinsam leben.

Die Arbeiter des Staatskonzerns rückten mit ihrer Zustimmung zur Vereinbarung von ihrer Forderung der hundertprozentigen Kontrolle über die Mine ab, die in der vergangenen Woche durch einen 72-stündigen Streik vom Dachverband der bolivianischen Gewerkschaften (COB) unterstützt worden war. Die unabhängigen Bergleute hatten vor allem mit Straßensperren und Demonstrationen für ihre Position gestritten, aus ihren Reihen war vor zwei Wochen das Dynamit in Richtung der gewerkschaftlich organisierten Bergleute geschleudert worden. Die Explosion tötete einen Arbeiter und verletzte mehrere.

Die Mine in Colquiri war im Juni verstaatlicht worden, um die bereits damals ausgebrochenen Konflikte zwischen den verschiedenen Seiten zu lösen. Nachdem die gewerkschaftlich organisierten Bergleute aber ihre unabhängigen Kollegen beschuldigten, die Vereinbarungen vom Juni zu verletzen, war der Konflikt am 1. September erneut offen ausgebrochen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters führte der Produktionsstopp zu täglichen Verlusten von 250.000 US-Dollar.

Im Laufe der Proteste des vergangenen Monats war Comibol-Präsident Héctor Córdova nach eigenen Angaben aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Nach der Einigung sagte er, dass die gemeinsame Ausbeutung der Lagerstätte Rosario nicht die beste Idee sei, da es schon jahrelang Spannungen zwischen den angestellten und den unabhängigen Bergleuten gebe.

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