Kolumbien / Venezuela

Hoffnung in Vermittlungsversuch

Kolumbianische Senatorin: Nur Chávez kann erfolgreich zwischen Guerilla und Regierung vermitteln

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Hoffnung in Vermittlungsversuch
Die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba während eines Besuches in Venezuela

Bogotá/ Caracas. Venezuelas Präsident Hugo Chávez sei "die einzige Person", von der die Guerillaorganisation "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) zu einem humanitären Abkommen bewegt werden könnten. Das sagte die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba von der oppositionellen Liberalen Partei im Gespräch mit dem spanischen Dienst der BBC. "Ich denke das nicht, weil ich davon ausgehe, dass Präsident Chávez Kontakt zu den FARC unterhält«, sagte Córdoba. Vielmehr geben es politische Übereinstimmungen zwischen beiden Seiten in der Ansicht über die notwendigen Veränderungen in den lateinamerikanischen Staaten.

In der vergangenen Woche hatte der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe das Angebot seines venezolanischen Amtskollegen akzeptiert, die Verhandlungen zwischen den kolumbianischen Konfliktparteien zu moderieren. Dabei geht es in erster Linie um einen Austausch der politischen Gefangenen beider Seiten. Nach einem Treffen mit Uribe in Bogotá am 31. August hatte sich Chávez bereit erklärt, eine Zusammenkunft zwischen Vertretern der kolumbianischen Regierung und den FARC sowie der kleineren Guerillaorganisation "Nationale Befreiungsarmee" in Caracas auszurichten.

Am vergangenen Sonntag verkündete Chávez in seiner sonntäglichen Sendung "Aló Presidente" jedoch, dass er einen Brief des FARC-Gründers Manuel Marulanda erhalten habe. Darin habe Marulanda erklärt, dass er zu einer Zusammenkunft in Venezuela nicht bereit sei, den venezolanischen Präsidenten jedoch in das von den FARC kontrollierte Gebiet in Kolumbien einlade. Chávez erklärte sich auch damit einverstanden, sofern die kolumbiansiche Regierung einem solchen Besuch zustimme.

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Der kolumbianische Hochkommissar für den Frieden, Luis Carlos Restrepo, erteilte einem solchen Treffen jedoch eine Absage. Eine Reise von Chávez in das FARC-Gebiet sei "unangemessen" und "unmöglich", so Restrepo. Ein Treffen in Venezuela würde jedoch von der Staatsführung in Bogotá unterstützt. Senatorin Córdoba kritisierte die ablehnende Haltung der Regierung. Ein Zusammentreffen zwischen Chávez und Marulanda in Kolumbien solle zumindest erwogen werden, sagte sie.


Der Originalbeitrag von Venezuelanalysis.com findet sich hier

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