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Auf dem Weg zum Frieden

Erneut erreicht Venezuela Freilassung von Gefangenen aus kolumbianischer Guerilla. Akzente gegen Kriegspolitik Bogotás

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Auf dem Weg zum Frieden
Präsident Chávez mit Ex-Gefangenen der Guerilla

Caracas. Zum zweiten Mal seit Jahresbeginn hat die venezolanische Regierung zur Freilassung von Gefangenen der kolumbianischen Guerilla beigetragen. Bereits am Mittwochnachmittag (Ortszeit) waren vier politische Gefangene der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in Kolumbien an Vertreter des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und der venezolanischen Regierung übergeben worden. Die Ex-Abgeordneten Gloria Polanco, Orlando Beltrán, Jorge Gechem und Luis Eladio Pérez waren seit sechs Jahren in der Hand der größten und ältesten Guerillaorganisation Lateinamerikas. Sie gehörten zu einer Gruppe von rund 40 politischen Gefangenen der FARC. Ihre Freilassung wurde von der Rebellenorganisation mit dem prekären gesundheitlichen Zustand begründet. Zudem sei es eine Geste gegenüber den Bemühungen Venezuelas, einen dauerhaften Frieden in Kolumbien zu erreichen.

Die vier Ex-Politiker waren am Mittwoch in der südkolumbianischen Ortschaft San José del Guaviare vor die Öffentlichkeit getreten. Zuvor waren sie dem venezolanischen Innenminister Ramón Rodríguez Chacín, der linksliberalen kolumbianischen Senatorin Piedad Córdoba und Vertretern des Ro9ten Kreuzes an einem geheimen Ort übergeben worden. Es war die zweite Befreiungsaktion von Gefangenen der Guerilla, nachdem zu Jahresbeginn von den FARC bereits zwei Frauen freigelassen worden waren. In beiden Fällen hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez vermittelt.

Die nun Befreiten zeigten sich erleichtert und Chávez gegenüber dankbar. Der venezolanische Staatschef solle "nicht zurückweichen", sagte der Eladio Pérez. Géchem dankte Chávez "für die immense Solidarität, die sie in der Verteidigung humanitärer Themen geübt haben sowie in der Etablierung einer Politik des Frieden, nicht nur auf ihrem Kontinent, sondern weltweit". Die kolumbianische Regierung fuhr hingegen mit ihrer bellizistischen Politik fort. Unbeeindruckt von der Freilassung der Gefangenen kündigte Bogotás Verteidigungsminister Juan Manuel Santos eine neue Offensive gegen die Guerilla an. Die Vermittler und die befreiten Gefangenen konnten das Kampfgebiet nur knapp vor Beginn des neuerlichen Vorstoßes verlassen.


Quellen: RNV, Telesur.

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