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18.01.2009 Amerikas

Handeln gegen US-Sanktionen

Bolivien liefert Textilien im Millionenwert nach Venezuela. Schäden durch US-Strafmaßnahmen gegen La Paz kompensiert
Handeln gegen US-Sanktionen

Präsident Morales mit Textilarbeiterin in El Alto

Caracas/La Paz. Bolivien will den Handel mit den Staaten Südamerikas massiv ausdehnen. Dies sei eine Konsequenz aus Strafmaßnahmen, die von der scheidenden US-Führung unter Präsident George W. Bush gegen seine linksgerichtete Regierung verhängt worden, sagte Boliviens Präsident Evo Morales am Samstagnachmittag (Ortszeit) in der Stadt Santa Cruz im Osten des Landes.

Morales wohnte auf dem dortigen Flughafen "Viru Viru" der Versendung von Exportgütern nach Venezuela bei. Die Ladung bestand maßgeblich aus Textilien, die in Bolivien gefertigt wurden. Der Gesamtwert belief sich nach Angaben der staatlichen bolivianischen Nachrichtenagentur ABI auf umgerechnet gut 1,16 Millionen US-Dollar.

Diese erste Warensendung aus Bolivien nach Venezuela basiert auf einem Abkommen, das beide Staaten im November vergangenen Jahres im Rahmen des Handelsvertrags der Völker (TCP) geschlossen hatten. Dieses Handelsabkommen ist Teil der Politik der Bolivarischen Alternative für Amerika (ALBA).

Mit der "Ersten Verhandlungsrunde über Austausch und Integration" reagierten Bolivien und Venezuela damals auf Strafmaßnahmen der US-Regierung unter Präsident George W. Bush. Dieser hatte Handelserleichterungen für Bolivien suspendiert. Zuvor hatte die Morales-Regierung dem Botschafter Washingtons die illegale Unterstützung der rechtsgerichteten Opposition unterstellt und ihn am 11. September des Landes verwiesen.

Morales bekräftigte seine Entscheidung am Samstag. Zugleich aber hoffe er darauf, dass die kommende US-Regierung unter Barack Obama die Strafmaßnahmen wieder aufhebe, um zu einem sachlichen Verhältnis zurückzukehren. Obama übernimmt am morgigen Dienstag die Regierungsführung in Washington.

Auch wenn sich diese Hoffnung der bolivianischen Führung nicht erfüllt, wird sie keine Nachteile haben. Durch das Handelsabkommen mit den USA hatte das südamerikanische Land 2008 Waren im Wert von 21 Millionen US-Dollar in die Vereinigten Staaten exportiert. Allein mit Venezuela wurden in einem ersten Schritt aber bereits Lieferungen im Wert von 46,9 Millionen US-Dollar vereinbart. Zudem kündigte Morales an, die Geschäfte mit Brasilien und anderen Staaten der Region auszuweiten.


Den Originalbericht der Agentur ABI finden Sie hier.

Bildquelle: ABI

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05.10.2008 Nachricht von Ingo Niebel