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05.10.2008 Bolivien / USA

USA verschärfen Gangart gegen Bolivien

Washington betreibt Ausschluß von La Paz aus dem Zollverbund

Washington. Die US-Regierung von George W. Bush will Bolivien aus dem gemeinsamen Zollverbund ausschliessen. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, bedauert diesen Entschluss und will seinen Einfluss einsetzen, damit Washington seine Entscheidung zurücknimmt.

Bolivien ist über das System des Andean Trade Promotion and Drug Eradication Act (ATPDEA), dem Andinen Gesetz zur Handelsförderung und Drogenauslöschung, handelspolitisch mit den USA verbunden. Dazu zählen auch die Andenländer Ecuador, Kolumbien und Peru. Das Abkommen gewährt besonders kleinen Unternehmen aus den genannten lateinamerikanischen Staaten Zollerleichterungen bei der Einfuhr ihrer Produkte auf dem US-Markt. Sollte La Paz aus dem ATPDEA ausgeschlossen werden, hätte das Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage Boliviens, dem zweitärmsten Land Südamerikas. "Die angedachte Aussetzung würde vielen kleinen bolivianischen Firmen schwer schaden, die vom Export ihrer Erzeugnisse in die USA leben", warnte Insulza und fügte hinzu, dass 50000 Arbeiter ihren Job verlieren könnten. Um das zu verhindern, will der OAE-Generalsekretär in kommenden Tagen die US-Regierung und den Kongress kontaktieren.

Die Beziehungen zwischen der neokonservativen Bush-Administration und der linken Regierung von Evo Morales haben sich Anfang September drastisch verschlechert, nachdem La Paz den US-Botschafter zur "unerwünschten Person" erklärt hatte. Die US-Politik unterstützt die Gouverneure jener bolivianischer Departements, die sich aufgrund von Morales' sozialer Wirtschaftspolitk von La Paz lösen wollen.

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13.09.2008 Nachricht von Redaktion