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26.11.2009 Uruguay / Politik

Mütter gegen Militärbasen

Argentinische Menschenrechtsorganisation Madres de la Plaza de Mayo wendet sich gegen Militarisierung Lateinamerikas durch die USA
Mütter gegen Militärbasen

Reger Andrang: Vor dem Kongress in Buenos Aires

Buenos Aires. Die argentinische Menschenrechtsorganisation Madres de la Plaza de Mayo hat am Ende eines mehrtägigen Kongresses in der Hauptstadt Buenos Aires zwei Protesterklärungen veröffentlicht. Zum einen solidarisierten sich die "Madres" mit den Autonomiebestrebungen des indigenen Volkes der Mapuche in Chile. Zudem wurde ein Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA scharf verurteilt. Die dadurch ermöglichten sieben US-Militärbasen in Kolumbien, unter anderem in der Grenzregion zu Venezuela, stellten eine Gefährdung für die gesamte Region dar, hieß es.

Rund 2500 Gäste aus 13 Ländern waren zuvor der Einladung der Menschenrechtsorganisation zu dem viertägigen Kongress gefolgt, der sich mit dem Thema Mentale Gesundheit und Menschenrechte befasste. Die Fachleute aus Philosophie, Medizin, Soziologie und Psychologie diskutierten neben dem Umgang mit psychisch Erkrankten auch das gesellschaftliche Wohlbefinden. Die Teilnehmer forderten eine stärkere Gewichtung von sozialen Aspekten sowohl im medizinischen wie im wirtschaftlichen Alltag.

An den vier Kongresstagen konnten sich die Teilnehmer in über 400 Veranstaltungen über Themen wie "Psychoanlayse links von Freud" informieren oder über die Zusammenhänge von psychischen Erkrankungen und Lohnarbeit diskutieren. Die Sprecherin des Organisationskomitees, Carolina Wargen, zeigte sich zufrieden mit Kongress und hofft auf spürbare Veränderungen im politischen wie klinischen Alltag.

Eine dieser Veränderungen war zugleich das größte Thema des Kongresses: das am Dienstag in Argentinien zur Verabschiedung gestellte "Gesetz zur mentalen Gesundheit", das von den Kongressteilnehmern durchweg positiv bewertet wurde. Das Gesetz sieht unter anderem vor, keine neuen geschlossenen Psychatrien eingerichtet werden. Auch sollen neuromedizinische Gutachten unter Berücksichtigung des familiären, sozioökonomischen und politischen Hintergrundes eines jeden Patienten getroffen werden.

Die "Mütter von der Plaza de Mayo" sind eine der bekanntesten Widerstandgruppen aus der Zeit der Diktatur in Argentinien. Damals wie heute ziehen sie wöchentlich vor den Präsidentenpalast, um auf das Schicksal ihrer getöteten Kinder aufmerksam zu machen. Während der Militärdiktatur wurden in Argentinien mehr als 30.000 Menschen ermordet.


Foto: Steffen Lehnert

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