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Nach Erdbeben in Panama laufen Aufräumarbeiten an

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Das Erdbeben verursachte Schäden an Gebäuden, 30 Menschen wurden verletzt
Das Erdbeben verursachte Schäden an Gebäuden, 30 Menschen wurden verletzt

Panama-Stadt. Nach einem schweren Erdbeben haben in Panama die Aufräumarbeiten begonnen. In der zentralen Region des Landes beseitigen Bewohner Trümmer beschädigter Gebäude, während die Angst vor weiteren Erschütterungen anhält. Die Regierung rief den nationalen Notstand aus und mobilisierte Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Gemeinden.

Das Erdbeben, das um 12:56 Uhr Ortszeit am Freitag in der zentralen Provinz Herrera ausbrach, war bis zur rund 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Panama-Stadt zu spüren. Es wurden zudem 100 weitere Nachbeben verzeichnet. Die Katastrophenschutzbehörde zählt vorläufig rund 420 beschädigte Häuser und etwa ebenso viele betroffene öffentliche Schulen. Zudem wurden zahlreiche Hotels, Kirchen und Brücken durch die Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen. Nach aktuellen Angaben gibt es jedoch noch keine Informationen zu Toten, 30 Menschen seien verletzt worden.

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Teilevakuierung des Krankenhauses Santo Tomás am Sonntag
Teilevakuierung des Krankenhauses Santo Tomás am Sonntag

Am Sonntag wurden Teile des Krankenhauses Santo Tomás in Panama-Stadt evakuiert, nachdem es an dem Gebäude zu Schäden gekommen war. Gebäude und Garten des 1703 eröffneten Krankenhauses wurden 1986 zum nationalen historischen Denkmal erklärt. Der Katastrophenschutz Sinaproc rief die Bevölkerung zu Ruhe auf, die Menschen sollten vor der Rückkehr in Häuser oder die Büros die Substanz nach Schäden überprüfen. 

"Das ist etwas, was wir noch nie gesehen haben, wir waren nicht auf diese Art von Ereignissen vorbereitet", sagt ein Einwohner Chitrés gegenüber der Zeitung El Financiero, während er die Trümmer eines Lokals in Herrera aufräumt. Die Angst sei groß, dass sich ein solches Erdbeben wiederholt. Auch weitere Nachbarn äußerten ihre Sorgen und rechnen damit, eine Woche im Park schlafen zu müssen, denn, "wer wird diese Schäden reparieren".

Beeinträchtigt war auch die Versorgung mit Trinkwasser. Nach Angaben der Vereinten Nationen führten Stromausfälle zu Störungen in mehreren Wasseraufbereitungsanlagen. Die Anlage Chilibre arbeitete zeitweise nur mit 20 Prozent ihrer Kapazität.

Die Sorgen der Betroffenen werfen auch Fragen nach der Vorbereitung des Landes auf solche Naturkatastrophen auf. In einem Kommentar der Tageszeitung La Prensa kritisiert Maricarmen Rodríguez die aus ihrer Sicht unzureichende Erdbebenvorsorge Panamas. Unter anderem fehle ein Frühwarnsystem, das die Bevölkerung rechtzeitig informieren könnte. Zudem fordert sie bessere Kontrollen der Infrastruktur und klare Verfahren, um die Sicherheit beschädigter Gebäude nach einem Erdbeben zu prüfen.

Der Präsident von Panama, José Raúl Mulino besuchte am Samstag betroffene Gebiete. Nach eigenen Angaben wolle schnelle Hilfe und Lösungen für die Betroffenen koordinieren. Ebenfalls am Samstag berief er sein Kabinett ein, woraufhin er die zu ergreifenden Maßnahmen bekannt gab.

Zu den Maßnahmen zählt das Ausrufen des nationalen Notstands, um Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Familien zu priorisieren. Ferne werde eine zentrale Sammelstelle eingerichtet, von wo die Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete gebracht werden, und beschädigte Wohnhäuser zu erfassen und zu prüfen, welche Gebäude sicher bewohnbar sind. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten (MOP) würde außerdem daran arbeiten, beschädigte Straßen wieder passierbar zu machen und abgelegene Orte wie Torio, Arenas de Quebro und Tonosí auf dem Landweg zu erreichen.

Das Rote Kreuz von Panama hat seine Mitarbeitenden und Freiwilligen mobilisiert, um den am stärksten betroffenen Gemeinden humanitäre Hilfe zu leisten, die Einsatzmaßnahmen zu unterstützen und den Schwerpunkt auf Erste Hilfe, psychologische Betreuung sowie Bedarfsanalyse zu legen. Um die Bemühungen des Roten Kreuzes von Panama zu unterstützen und auszuweiten, hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) ihre globalen Reaktionsmechanismen zur Verfügung gestellt.

Nach dem Erdbeben trafen zudem aus der gesamten Region zahlreiche Unterstützungsbotschaften und Hilfsangebote ein, darunter aus Chile, Uruguay, Guatemala, Ecuador und weiteren Ländern.

Das US-Außenministerium teilte am Samstag mit, dass es ein Katastrophenschutzteam mobilisiert habe, um die lokalen Behörden mit Fachwissen im Bereich Suche und Rettung zu unterstützen. Zudem sicherte die US-Regierung fünf Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe zu. Das US-Südkommando erklärte außerdem, dass zwei Hubschrauber rund 907 Kilogramm Lebensmittel an die von den Erdbeben betroffenen panamaischen Gemeinden geliefert hätten.

Auch die Vereinten Nationen bereiteten Unterstützung für Panama vor. Sie aktivierten ihre Notfallkoordination und hielten direkten Kontakt zur panamaischen Regierung.