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15.05.2011 Deutschland / Venezuela / Kultur

Film: "El Sistema"

Jena: Filmvorführung im Rahmen der Veranstaltungswoche "¡Otro mundo es posible! – Eine andere Welt ist möglich"

Seit mehr als dreißig Jahren errichtet der Ökonom, Politiker und Musiker José Antonio Abreu in Venezuela das "Sistema“ - ein Netzwerk von Kinder- und Jugendorchestern und Musikzentren, in dem heute über 300.000 Kinder und Jugendliche ein Instrument erlernen.

Was wie ein Märchen klingt, ist die außergewöhnliche Geschichte einer Vision, die Realität wurde. Mit wegweisenden Ideen versucht Abreu einen Ausweg aus dem Kreislauf der Armut in den Barrios von Caracas zu bieten. Der Dokumentarfilm "El Sistema“ zeigt, wie die Kraft der Musik langsam ein lateinamerikanisches Land verändert.

Begonnen hatte alles am 12. Februar 1975. Damals gründete Abreu mit 12 Kindern aus sozialen Brennpunkten in Caracas das erste nationale Jugendorchester Venezuelas. Das Leben dieser Kinder war von Bandenkriegen, Gewalt und Armut geprägt. Der Grundstein für ein schier unglaubliches Sozialprojekt war gelegt. Mittlerweile hat das "Sistema“ die gesamte venezolanische Gesellschaft erfasst.

In so genannten "nucléos“ musizieren die Kinder und Jugendlichen nach ihrem regulären Schultag an sechs Tagen in der Woche. Abreus pädagogisches Konzept fördert dabei vor allem soziale Kompetenzen: Respekt, Übernahme von Verantwortung und die Fähigkeit des gemeinschaftlichen Musizierens. Von Anfang an sind die Kinder in Ensembles integriert und erfahren damit ein besonderes Gemeinschaftsgefühl.

Die Kinder selbst sprechen voller Stolz und Selbstbewusstsein von ihrem Instrument, von erlernter Disziplin, neuen Freundschaften und ihren Zukunftsplänen. Der phänomenale Erfolg von Gustavo Dudamel dient ihnen als Vorbild. Der Dirigent, selbst im "Sistema“ groß geworden, feiert heute unter anderem als Chefdirigent des Simón Bolívar Jugendorchesters weltweit Erfolge. Andere Sistema-Schüler fanden ebenfalls ihren Platz in europäischen Orchestern.

In ihrem Dokumentarfilm "El Sistema“ erzählen die Regisseure Paul Smaczny und Maria Stodtmeier die Erfolgsgeschichte des Netzwerkes aus der Sicht der Schüler, Lehrer und Eltern. Der Film vermittelt die Leidenschaft und Freude beim gemeinsamen Musizieren. Und er fängt zudem das alltägliche Leben der Kinder außerhalb der Musikschulen ein. Erst aus dieser Perspektive wird deutlich, welche Chancen und Möglichkeiten das "Sistema“ den Kindern und Jugendlichen in Venezuela bietet.

Termindaten
Datum: 
15.05.2011, 20:00 - 22:00
Veranstaltungsart: 
Filmvorführung
Veranstaltungsort: 
Cafe Wagner, Wagnergasse 26, 07743 Jena
Veranstalter: 
Interbrigadas e.V.
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