Mit Lithium ist ein neuer Goldrausch ausgebrochen. Lithium ist ein Alkalimetall und in zahlreichen Produktionsfeldern gefragt. Auf den internationalen Märkten steigt die Nachfrage vor allem nach Lithiumkarbonat als unverzichtbarer Baustein für die Produktion von Lithium-Ionen Batterien. Mit dem Klimawandel ist die Notwendigkeit der drastischen Reduzierung der Co2 Emissionen unumgänglich, dazu gehört der Ausbau der Elektromobilität. In sämtlichen Bereichen der Elektromobilität kommen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. In immer mehr Ländern werden Lagerstätte ausgemacht, so auch in Deutschland. Zu den größten Lagerstätten gehören die Vorkommen im Lithium- Dreieck der Salzseen in Bolivien, Chile und Argentinien. Globale Unternehmen sind hier längst aktiv geworden.
Bei der Lithiumgewinnung verfolgen diese Länder unterschiedliche strategische Ansätze hinsichtlich der Produktion und der Ziele. Zentrale Fragen, denen wir nachgehen wollen, sind die Themen Belastungen der Umwelt und der ansässigen – meist Indigenen – Bevölkerung. Ist Nachhaltigkeit ein strategischer Ansatz in der Lithiumwirtschaft? Welche Schädigungen der Umwelt sind manifest bzw. sind zu erwarten? Wie ist die Situation der ansässigen Bevölkerung hinsichtlich Gesundheit, Teilhabe an Einnahmen und an Entscheidungen? Was müsste seitens der Regierungen geschehen, damit Staat und Gesellschaft gleichermaßen profitieren, ohne die genannten Belastungen? Gibt es Schritte in diese Richtung? Mit welchen Reaktionen der externen Kooperationspartner:innen ist in einem solchen Fall zu rechnen?
Vor diesem Hintergrund wird das Lateinamerika-Forum (LAF Berlin e.V.) mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Podiumsdiskussion durchführen, an der folgende Expert:innen teilnehmen:
Prof. Dr. Barbara Göbel, Direktorin des Ibero-Amerikanischen Instituts (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) und Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin. Ihre wichtigsten Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind: (a) sozial-ökologische Konflikte in Lateinamerika und die Dilemmata nachhaltiger Entwicklung sowie (b) Wissensasymmetrien, Wissensinfrastrukturen und digitale Transformation
Dr. Hans Gundermann, Chilenischer Anthropologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholische Universität des Nordens, Chile am Institut für Archäologie und Anthropologie. Forschungsschwerpunkte sind die Indigene Geschichte Nordchiles, Sprachen und Kulturen der Indigenen Gemeinschaften Chiles und die Beziehungen zwischen Bergbau und Indigenen Gemeinschaften in der Atacama-Wüste
José Carlos Solón, Soziologe mit Master-Abschlüssen in Political Arts und Umweltstudien. Im Jahr 2022 veröffentlichte er „Espejismos de abundancia. Los mitos de la industrialización del litio en el Salar de Uyuni“. Derzeit ist er leitender Forscher und Projektkoordinator bei der Fundación Solón in Bolivien
Moderation:
Dr. Juliana Ströbele-Gregor (LAF Berlin)
Die Veranstaltung findet auf Spanisch mit Simultandolmetschung ins Deutsche statt. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!



