Kolumbien / Politik / Militär

Paramilitärs verüben erneut Blutbad in Kolumbien

Bedrohung war angeblich bekannt, ohne dass die Behörden Schutzmaßnahmen ergriffen

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Ortseingang von Santa Isabel del Manso, dem Ort des Massakers
Ortseingang von Santa Isabel del Manso, dem Ort des Massakers

Bogotá. Paramilitärs haben vergangenen Donnerstag auf einem abgelegenen Bauernhof im Bundesstaat Córdoba ein Massaker an Dorfbewohnern verübt. Nach Aussagen einiger Bauern kamen mehrere schwer bewaffnete Männer mit Listen in der Hand auf das Grundstück Santa Isabel del Manso, entführten die Anwohner und töteten mindestens fünf von ihnen. Drei weitere Menschen gelten als verschwunden. Die bisher bekannten Leichen wurden erst am Samstagmorgen entdeckt. Unter ihnen befinden sich der Gemeindesprecher César Díaz, zwei weitere Anwohner sowie eine Frau.

Aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse gelangten die örtlichen Behörden bis Sonntagnacht nicht an den Tatort. Ein Sprecher der Landesregierung von Córdoba kündigte an, am Montag einen besonderen Sicherheitsrat einzuberufen, um mehr Details über das Massaker in Erfahrung zu bringen. Tatsächlich ist die Zahl der Toten unsicher. Der Polizeikommandant Córdobas, Jaime Ávila Ramírez, wollte sich bisher auf keine genaue Zahl festlegen.

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Der Gouverneur des Bundesstaates, Alejandro Lyons, bestätigte, dass es sich bei den Tätern um die rechtsradikale Miliz Los Urabeños handelt: "Meines Wissens kannte die Geheimpolizei ein Flugblatt, welches die Tat den Urabeños zuschreibt." Der Blog Notímundo wirft dem Staat Untätigkeit vor und verweist, darauf, dass die Bedrohung vorher bekannt war. So schreibt Camilo Raigozo: "Obwohl das Massaker sich anbahnte, taten die Behörden nichts, um das Leben der Bauern zu schützen."

Während der ersten 17 Tage diesen Jahres wurden in der Region bereits zwölf Personen ermordet. Seit ungefähr zwei Jahrzehnten kontrollieren paramilitärische Gruppen die Region. Ihr Einfluss reicht soweit, dass Bewohner sogar von der "paramilitärischen, unabhängigen Republik Córdoba" sprechen. In der Region sind außerdem die fünfte und 58. Front der FARC präsent sind und versuchen an Einfluss zu gewinnen.

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