BILD beleidigt Kolumbiens Hauptstadt bei Gauck-Besuch

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BILD Original
BILD-Meldung im Original: "Gauck in der kriminellsten Stadt der Welt"

Bogotá/Berlin. Ein Bericht der BILD-Zeitung im Rahmen der Berichterstattung zum Besuch des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Kolumbien hat zu einer diplomatischen Note an die Redaktion des Springer-Mediums geführt. BILD-Korrespondent Ralf Schuler hatte Kolumbiens Kapitale in einem Beitrag vom Donnerstag Abend als die "kriminellste Stadt der Welt" bezeichnet. Am Freitag Abend wurde die Überschrift des Online-Beitrages auf "Gaucks gefährlichste Reise" verändert (siehe Foto).

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BILD korrigiert
BILD-Meldung nach Protest: "Gaucks gefährlichste Reise"

Gegen den Artikel "Gauck in der kriminellsten Stadt der Welt" hatte Kolumbiens Regierung am Freitag Nachmittag über ihre Botschaft in Berlin eine Protestnote eingereicht, berichtete die kolumbianische Tageszeitung "El Tiempo". "Wir fordern von der Tageszeitung eine Richtigstellung, und zwar auf der Grundlage von zwei jüngsten Studien zu Rankings über Kriminalität und Gefährlichkeit von Städten in der ganzen Welt. Darin taucht Bogotá nicht einmal unter den ersten 50 gefährlichsten Städten auf", so Kolumbiens geschäftsführende Botschafterin Estela Vargas, die während der Abwesenheit von Botschafter Juan Mayr die Leitung innehat.

Die Gauck-Reise nach Kolumbien sei von der Botschaft "in einer intensiven  und selektiven Arbeit mit der Regierung, dem Parlament, politischen Parteien, Universitäten und Medien" vorbereitet worden, erklärte Vargas gegenüber "El Tiempo". Mit der BILD-Zeitung habe kein Kontakt bestanden, der Journalist sei unbekannt. Umso mehr sei man von dem "hochgradig falschen" Artikel überrascht worden. In Facebook und Twitter sei eine Unterschriften-Kampagne gegen die Kolumbien-Berichterstattung von Bild angelaufen, so "El Tiempo" weiter, die in der deutschen Hauptstadt mit einer eigenen Auslandskorrespondentin vertreten ist.

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