DruckversionEinem Freund senden

Auch in Lateinamerika Proteste gegen Monsanto

Der frühere Präsident Hugo Chávez als Landarbeiter auf dem Plakat der Kampagne "Venezuela – frei von transgenem Saatgut"

Der frühere Präsident Hugo Chávez als Landarbeiter auf dem Plakat der Kampagne "Venezuela – frei von transgenem Saatgut"

Caracas. Am vergangenen Samstag haben in mehr als 40 Ländern der fünf Kontinente Demonstrationen gegen den weltweit führenden multinationalen Saatgut- und Agrochemie-Konzern Monsanto stattgefunden. Hunderttausende protestierten gegen die Verwendung von transgenem Saatgut und Pestiziden. Demonstrationen fanden auch in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Bolivien, Kolumbien, Mexiko, Chile, Guatemala und Costa Rica statt. In Venezuela riefen Bauernorganisationen und Umweltschützer zu einem Festival und Kundgebungen in Caracas und fünf weiteren Städten auf, kommunitäre Radios im ganzen Land brachten Sondersendungen. "Erheben wir gemeinsam mit den Völkern und sozialen Bewegungen der Welt die Stimme gegen diesen transnationalen Konzern des Todes", so die sozialistische Bauernbewegung Jirajara in ihrem Aufruf.

Mit den Aktivitäten, die von den Basisbewegungen organisiert wurden, soll über die Auswirkungen der Verwendung von Pestiziden und der Produktion gentechnisch veränderter Lebensmittel informiert und vor ihrem Einsatz in Venezuela gewarnt sowie gegen das "agroindustrielle Modell von Monsanto" protestiert werden. Die Auswirkungen dieser Art von Industrialisierung der ländlichen Gebiete seien verheerend, so die Organisatoren: Vertreibung der Bauern von ihrem Land, Ausschaltung der Produktion von gesunden Lebensmitteln, Einsatz von Pestiziden, die das Wasser vergiften und die Bevölkerung krank machen, Massenproduktion von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, die diejenigen, die sie konsumieren, krank machen und zur Verwüstung des Landes durch ihren intensive Anbau führen. Monsanto maße sich außerdem die Patentierung von Saatgut an, einem Basiselement für die Ernährung in der Welt.

In dem Aufruf heißt es weiter, dass die venezolanische Bauernbewegung "Widerstand gegen diese Art von Fortschritt leistet, der als Modell schon in mehreren Ländern auf der ganzen Welt eingesetzt wurde und vor allem in Südamerika, unter anderem in Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien. Der Fortschritt dieses Agrar-Industrie-Modells impliziert den absoluten Verlust der Souveränität über unsere Nahrungsmittel."

Laut einem Bericht des Portals BoerseGo.de vom 8. Januar 2013 hat Monsanto in seinem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013 (bis 30. November 2012) "seinen Gewinn binnen Jahresfrist fast verdreifacht, da insbesondere die Umsätze mit Mais-Saatgut in Lateinamerika deutlich gestiegen sind".

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

28.06.2012 Hintergrund & Analyse von Sue Hermenau