Chile / Politik

Weitere Bildungsproteste und Streiks in Chile

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Confech-Vorsitzender Andrés Fielbaum
Confech-Vorsitzender Andrés Fielbaum

Santiago de Chile. Die Studentenvereinigung Chiles (Confech) hat für den 26. Juni erneut zu landesweiten Kundgebungen und zu einem nationalen Streik aufgerufen, um ihren Forderungen nach einem öffentlichen, kostenlosen und hochwertigen Bildungssystem in Chile Nachdruck zu verleihen. Alle Teile der Bevölkerung seien zur Teilnahme aufgefordert, hieß es von der Organisation. Schließlich gebe es in jeder chilenischen Familie mindestens einen Studenten oder Schüler, der verschuldet, ausgegrenzt und schlecht ausgebildet sei, so Andrés Fielbaum, der Präsident der Confech.

Seit Ende Mai hat die Bewegung der Schüler und Studierenden wieder an Stärke gewonnen. Am 28. Mai und am 13. Juni kam es zu größeren Protesten im ganzen Land.

Die Studentenbewegung findet breite Unterstützung in vielen Teilen der Bevölkerung. Neben verschiedenen Organisationen des Bildungsbereiches haben auch die Vereinigung der Kupferarbeiter (CTC) und die gewerkschaftliche Vereinigung der Angestellten aus dem Gesundheitssystem (Confusam) ihre Teilnahme an den Kundgebungen bekanntgegeben. Für Cristian Cuevas, den Präsidenten der CTC, ist es die Pflicht aller, diesen Kampf zu unterstützen. Es gehe um das Recht ihrer Kinder auf Bildung. Die Kupferarbeiter werden in den wichtigsten Minengebieten des Landes, in Rancagua, in Los Andes und in Calama ihre Solidarität mit der Studentenbewegung ausdrücken.

Die Confusam rief seine Mitglieder dazu auf, an den geplanten Aktivitäten in Santiago de Chile und in anderen wichtigen Städten teilzunehmen und stellte dabei klar, dass es der Vereinigung nicht nur um die Probleme im Bildungsbereich geht, sondern ganz grundsätzlich um eine Kritik an Chiles politischem System. Die Proteste werden allem Anschein nach auch den beginnenden Wahlkampf in dem südamerikanischen Land prägen.

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