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Mexiko und Chile mit der höchsten Anzahl an arbeitslosen Jugendlichen

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Bildungsproteste in Chile
Bildungsproteste in Chile

Paris/Mexiko-Stadt/Santiago de Chile. Laut dem aktuellen Bildungsbericht der OECD befindet sich Mexiko auf den vorderen Plätzen der Mitgliedsländer mit der höchsten Quote an jungen Menschen ohne Arbeit oder auch nur Ausbildung. Dabei hebt der Report vom Dienstag dieser Woche einen weltweiten Anstieg der Personen zwischen 15 und 29 Jahren in den OECD-Mitgliedsstaaaten hevor.

Als Gründe für diesen Trend verweist der Bericht zum einen auf die wirtschaftliche Krisenentwicklung in Europa. Von der Wirtschaftskrise besonders betroffene Länder wie Griechenland, Spanien, Italien oder Irland zählen mit Werten über 20 Prozent zu den Ländern mit den höchsten Quoten an jungen Menschen ohne Arbeit oder Ausbildung.

Auf der anderen Seite finden sich jedoch auch lateinamerikanische Länder auf den ersten zehn Plätzen dieses Negativ-Rankings, darunter Mexiko auf dem dritten Platz oder Chile auf Platz fünf. Dies ließe sich laut dem Bericht nicht allein durch die Folgen wirtschaftlicher Krisen erklären, sondern vor allem mit der hohen Anzahl an Frauen in diesen Ländern, die entweder keine akademische oder berufliche Karriere beginnen oder diese aufgeben, um sich um ihre Familien zu kümmern.

Laut einem OECD-Bericht aus dem Jahr 2011 gehen im direkten Geschlechtervergleich in Mexiko 37,8 Prozent der Frauen keiner Beschäftigung oder Ausbildung nach, während es unter den Männern nur elf Prozent sind.

Eines der größten Probleme in Folge ist der erschwerte Zugang der Menschen ohne Ausbildung oder Berufserfahrung auf den Arbeitsmarkt. Langzeitarbeitslosigkeit werde wahrscheinlicher, so die OECD.

Die Studie dürfte die Debatte über Entwicklungsmodelle in Lateinamerika anheizen. Gerade Mexiko und Chile werden in Europa und den USA als Mitglieder der sogenannten Pazifik-Allianz als Beispiele wirtschaftlicher Entwicklung angeführt und als Gegenpol zu den linksgerichteten Staaten der ALBA-Allianz hofiert.

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