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04.08.2013 Kuba / USA / Politik / Wirtschaft

Kuba kritisiert erneute Verschärfung der US-Blockade

José-Martí-Flughafen in Havanna: Auch Reisen nach Kuba sind von der US-Blockade betroffen

José-Martí-Flughafen in Havanna: Auch Reisen nach Kuba sind von der US-Blockade betroffen

Quelle: Christian Córdova/Flickr (http://www.flickr.com/photos/ccordova/5652673237/)
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Havanna. Kuba hat die Sanktionen der USA gegen einen US-amerikanischen Reiseanbieter und eine italienische Bank wegen mutmaßlicher Verletzungen der Blockadegesetze Washingtons scharf kritisiert. "In den vergangenen Wochen haben die Vereinigten Staaten ihre Blockadeaktionen gegen Kuba verstärkt", hieß es in einer Meldung auf der regierungsnahen Webseite cubadebate.cu.

Die Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums, das Office of Foreign Assets Control (OFAC), zuständig für die Überwachung der von den USA verhängten Handels- und Wirtschaftssanktionen, verhängte demnach am 28. Juni eine Strafzahlung über knapp drei Millionen US-Dollar gegen die italienische Bank Intesa Sanpaolo. Diese hätte zwischen 2004 und 2008 insgesamt 53 Geldüberweisungen für Kuba vorgenommen und damit gegen das von den USA verhängte Handels-, Wirtschafts- und Finanzembargo gegen die Insel verstoßen. Die US-amerikanische Reiseagentur American Express Travel Related Services Company wurde gar zu einer Strafsumme von 5,23 Millionen US-Dollar verurteilt. Ihr wirft das OPAC vor, in den Jahren 2005 bis 2011 über ausländische Tochtergesellschaften sowie Vertretungen des Unternehmens außerhalb der USA 14.487 Flugtickets für Reisen nach Kuba verkauft zu haben.

Nach den Reisebestimmungen für US-Bürger darf American Express Travel nur kulturelle, wissenschaftliche und religiöse Gruppenreisen verkaufen. Das kubanische Außenministerium kritisierte die Maßnahmen als "absurde Zugeständnisse an die Gegner eines Politikwandels gegenüber Kuba". Zudem würden sie die breite Nachfrage in der US-Bevölkerung nach einer Aufhebung der Reiserestriktionen nach Kuba ignorieren. Die USA und Kuba unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Mitte Juli haben beide Staaten aber wieder Gespräche zu Migrationsfragen aufgenommen. Zudem gibt es wieder Gespräche zur Wiederaufnahme des seit 1963 unterbrochenen Postverkehrs.

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