Ecuador / Venezuela / Militär

Venezuela und Ecuador wollen militärisch enger kooperieren

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Venezuelas Verteidigungsministerin Carmen Meléndez (links) ist mit ihrer ecuadorianischen Amtskollegin María Fernanda Espinoza Garcés
Venezuelas Verteidigungsministerin Carmen Meléndez (links) ist mit ihrer ecuadorianischen Amtskollegin María Fernanda Espinoza Garcés

Caracas. Die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit beider Staaten stand im Mittelpunkt eines Treffens der Verteidigungsministerinnen von Venezuela und Ecuador, Carmen Meléndez und María Fernanda Espinoza.

Im Anschluss an die Konsultationen im Militärstützpunkt Fuerte Tiuna in Venezuelas Hauptstadt Caracas, an denen auch die Außenminister beider Nationen beteiligt waren, betonten beide Seiten die gute Zusammenarbeit in der militärischen Ausbildungs- und Forschungsarbeit. Neben dem Wirken des Südamerikanischen Verteidigungsrates (Consejo Suramericano de Defensa) standen der Aufbau der Südamerikanischen Schule für Verteidigungspolitik (Escuela de Defensa Suramericana) und Fragen der Süd-Süd-Kooperation auf der Tagesordnung.

Die Zusammenarbeit beider Staaten auf dem Verteidigungssektor erstreckt sich bisher vom Austausch von Ersatzteilen militärischer Ausrüstung bis hin zur Kooperation bei der Offiziersausbildung. Jeweils 18 Offiziere absolvierten so bereits eine Schulung im jeweils anderen Land.

Die Kooperation soll nun auch auf das Pilotentraining, das Gebiet der elektronischen Kommunikationssicherheit und die Minenräumtechnik ausgeweitet, die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit weiter entwickelt werden. Hierzu hob die ecuadorianische Ministerin hervor, dass bilaterale wissenschaftliche Forschungsgruppen bereits bei sieben Umweltprojekten zusammenarbeiten, die sich dem Klimawandel und dem Studium der Biodiversität in der Antarktis widmen. "Zudem haben wir über die Notwendigkeit gesprochen, die militärtechnologische Abhängigkeit zu reduzieren und unsere Kapazitäten im Bereich der Verteidigungsindustrie zu steigern. In Kürze wird eine ecuadorianische Kommission nach Venezuela reisen, um Erfahrungen auszutauschen und Möglichkeiten der regionalen Zusammenarbeit der betreffenden Industrien auszuloten", erläuterte María Fernanda Espinoza Garcés.

Die venezolanische Ministerin Meléndez hob die Bedeutung des Treffens für beide Nationen hervor. "Das ist ein historischer Tag. Zum ersten Mal empfange ich als Leiterin des Verteidigungsministeriums einen Würdenträger – und mein erster Gast ist ebenfalls eine Frau." Die Ministerin fügte an, dass Frauen in relevanten Staatsämtern Teil des Vermächtnisses von Hugo Chávez seien.

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