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Milliardenkredit aus China für Wohnungsbau in Venezuela

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Neubau der "Gran Misión Vivienda" in Caracas
Neubau der "Gran Misión Vivienda" in Caracas

Caracas. Venezuela hat von China einen Milliardenkredit erhalten, der nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro in erster Linie in das Wohnungsbauprogramm der Regierung "Gran Misión Vivienda Venezuela" (GMVV) investiert wird. "Alle sollen wissen, dass der Kredit in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar, den wir mit Präsident Xi Jinping vereinbart haben, bereits im China-Fonds hinterlegt wurde", sagte Maduro in einer Fernsehansprache.

Venezuelas Präsident war im vergangenen September zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in der Volksrepublik China. Dabei wurden 24 neue Abkommen geschlossen. Der gemeinsame Entwicklungsfonds mit China (Fondo Chino) war im Jahr 2007 eingerichtet worden. Er dient der Finanzierung von Projekten zwischen beiden Ländern und untersteht der staatlichen Bank für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung in Venezuela (Bandes). Bislang hat Venezuela daraus rund 36 Milliarden Dollar erhalten. China ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner des südamerikanischen Landes, mehr als 600.000 Barrel Öl werden an die Volksrepublik verkauft. Dies entspricht laut der Tageszeitung El Universal etwa einem Viertel der gesamten jährlichen Rohölexporte.

Der Präsident des venezolanischen Parlaments, Diosdado Cabello von der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), zog indes eine Bilanz des Wohnungsbauprogramms, das im Jahr 2011 begonnen wurde. Demnach hat die Regierung innerhalb von 32 Monaten mehr als 511.040 Wohnungen gebaut: "Wir haben 15.970 Wohnungen im Monat, 3.730 pro Woche und 533 pro Tag übergeben". Im Jahr 2013 seien 62 Prozent der staatlichen Häuser von Basisorganisationen wie den Kommunalen Räten gebaut worden. Berechnungen zufolge wird das Ziel von drei Millionen neuen Wohnungen bis zum Jahr 2019 wahrscheinlich nicht erreicht werden. Jedoch sind derzeit nach Angaben der Behörden eine große Zahl von Häusern im Bau und das nächste Ziel von einer Million neuer Wohnungen werde relativ schnell erreicht werden.

Die "Gran Mision Vivienda Venezuela" wurde vom früheren Präsidenten Hugo Chávez im Herbst 2011 initiiert. In Venezuela herrscht aufgrund hoher Immobilienpreise und Mieten sowie prekärer Wohnverhältnisse in den Barrios große Wohnungsnot. Die im Rahmen dieses Regierungsprogramms neu gebauten Häuser waren zunächst vorwiegend für die von den starken Regenfällen in den Jahren 2010 und 2011 betroffenen Familien bestimmt, die in Notunterkünften untergebracht werden mussten.

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