Venezuela / Soziales

Venezuela erhöht zum neuen Jahr erneut den Mindestlohn

bolivares01.jpg

Venezuelas Währung Bolívar steht weiter unter Druck
Venezuelas Währung Bolívar steht weiter unter Druck

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat am Montag vor Abgeordneten im Präsidentenpalast eine Anhebung der gesetzlichen Lohnuntergrenze ab diesem Januar um zehn Prozent bekannt gegeben. Damit folgt die sozialistische Regierung weiter ihrer Politik, den Mindestlohn regelmäßig an die Inflation anzupassen. Die Erhöhung erfolgt im Umfeld einer angespannten wirtschaftlichen Lage des Ölstaats, mit der höchsten Preissteigerungsrate der lateinamerikanischen Länder. Im Jahr 2013 war die Inflation auf 56 Prozent gestiegen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es stufenweise Anhebungen des Mindestlohns um insgesamt etwa 45 Prozent gegeben. Mit der neuerlichen Erhöhung beträgt der Zuwachs nun fast 60 Prozent gegenüber Anfang 2013. Dies ist vor allem für ärmere Bevölkerungskreise bedeutsam, die besonders unter der Teuerung leiden. Viele Produkte des täglichen Lebens sind zudem Mangelware, es fehlt an Importen. Die Unternehmerverbände machen dafür vor allem staatliche Preisbindungen verantwortlich. Nach der offiziellen, jedoch nicht realistischen Umrechnung von 6,3 Bolívar zur US-Währung liegt die Lohnuntergrenze jetzt bei 519 US-Dollar pro Monat.

Die Regierung von Präsident Maduro hat administrative Reformen und Maßnahmen zur Stabilisierung von Wirtschaft und Versorgung eingeleitet und Kampagnen gegen das Horten von Produkten und Wucherpreise gestartet. Für 2014 rechnet sie mit einem Wachstum von vier Prozent. Die Inflation soll auf 26 bis 28 Prozent gedrückt werden.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr