Venezuela erhöht Mindestlohn um mindestens 38 Prozent

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Nicolás Maduro in Caracas
Tausende Arbeiter demonstrierten am Dienstag in Caracas ihre Unterstützung für Nicolás Maduro

Caracas. Der venezolanische Übergangspräsident Nicolás Maduro hat eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns in diesem Jahr angekündigt. Die gesetzliche Lohnuntergrenze des südamerikanischen Landes werde in drei Schritten angehoben, sagte Maduro auf einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag in Caracas. Zunächst steigt der Mindestlohn im Mai um 20 Prozent und im September um weitere zehn Prozent. Im November folgt dann eine dritte Erhöhung von fünf bis zehn Prozent, je nachdem wie sich die Inflation in diesem Jahr entwickelt. Der Mindestlohn liegt aktuell bei 2.047 Bolívares (etwa 248 Euro) und wird am Jahresende auf 2.838 (345 Euro) bzw. 2.973 Bolívares (361 Euro) steigen. Dies entspricht einer Erhöhung von 38 bzw. 45 Prozent.

Die sozialistische Regierung bleibt damit ihrer Politik treu, den Mindestlohn jährlich an die Inflation anzupassen. Zwar konnte 2012 die Inflationsrate im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesenkt werden. Sie liegt jedoch mit etwa 20 Prozent noch immer sehr hoch. Durch eine Währungsabwertung Anfang des Jahres wird außerdem allgemein davon ausgegangen, dass sie wieder steigt.

Der Mindestlohn in Venezuela wurde seit 1999 im Wesentlichen an die Entwicklung der Inflation angepasst. Im vergangenen Jahr lag die Erhöhung allerdings über der Inflationsrate, was zu einem Reallohnzuwachs bei den 2,3 Millionen Beschäftigten in der Privatwirtschaft und 1,7 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst führte. Auch 2013 könnten die inflationsbereinigten Löhne steigen.

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