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Peru und Chile nehmen Stellung zum Urteil aus Den Haag

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Die Präsidenten Chiles und Perus, Sebastián Piñera (links) und Ollanta Humala
Die Präsidenten Chiles und Perus, Sebastián Piñera (links) und Ollanta Humala

Lima/Santiago de Chile. In ersten Stellungnahmen zu der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag über die Meeresgrenzen zwischen Peru und Chile haben die Präsidenten beider Länder das Urteil unterschiedlich aufgenommen. Der peruanische Präsident Ollanta Humala bewertete das salomonische Urteil, das Peru eine Meeresfläche von 50.000 Quadratkilometern zuspricht, als positiv. Sein chilenischer Amtskollege Sebastián Piñera zeigte sich angesichts des Verlusts enttäuscht, betonte jedoch, dass die Fischereirechte Chiles kaum eingeschränkt worden seien.

Das Urteil kommt der peruanischen Forderung nach einer Verschiebung der Meeresgrenze teilweise nach. Diese wird 80 Meilen entfernt von der Küste um 30 Grad zugunsten Perus verschoben. Innerhalb der 80 Meilen bleibt sie jedoch unverändert. Da die Grenzverschiebung kaum Auswirkungen auf die von chilenischen Fischereibetrieben genutzte Fläche hat, hält sich der ökonomische Schaden des territorialen Verlusts für Chile in Grenzen. Die Küste vor der peruanischen Grenzstadt Tacna befindet sich entsprechend des Urteils nach wie vor in chilenischer Hand.

Fidel Carita, Bürgermeister von Tacna, zeigte sich angesichts des Urteils sowie der positiven Reaktion Humalas enttäuscht. "Manche Autoritäten haben sich fröhlich gezeigt, obwohl sie wissen, dass einige Bürger [von dem Urteil] betroffen sind", so Carita. Die Bürger seiner Stadt hätten durch das Urteil keinerlei Vorteile, da die peruanischen Fischer nahe der Grenze zu Chile nach wie vor über kein Meer verfügten. Er forderte die Zentralregierung auf, sich der ökonomischen Probleme Tacnas anzunehmen, die nach dem historischen Urteil weiterhin bestünden.

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