Gedenken an Militärputsch in Argentinien

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Teilnehmer der Demonstration in Buenos Aires mit Fotos von Verschwundenen
Teilnehmer der Demonstration in Buenos Aires mit Fotos von Verschwundenen

Buenos Aires. Am 24. März haben in ganz Argentinien Gedenkveranstaltungen stattgefunden, um an den Militärputsch von 1976 zu erinnern. Dieser Putsch hatte das Land in eine bis 1983 andauernde Diktatur geführt, während der 30.000 Menschen verschwunden sind. Zehntausende wurden Opfer politischer Verfolgung.

In der Landeshauptstadt Buenos Aires hatten Menschenrechtsverbände und andere zivilgesellschaftliche und politische Organisationen wie die Großmütter und Mütter der Plaza de Mayo und Familienangehörige Verschwundener und politischer Gefangener zu verschiedenen Gedenkmärschen aufgerufen. Hunderttausende versammelten sich auf den zentralen Hauptverkehrsstraßen der Stadt, um sich den Demonstrationen anzuschließen.

Unter dem Motto "Democracia o corporaciones" (Demokratie oder Großkonzerne) fand die Hauptkundgebung mit dem anschließenden Demonstrationszug statt, der wie jedes Jahr auf der Plaza de Mayo vor dem Sitz der argentinischen Regierung endete. Dort verlas Taty Almeida, Mitglied der Mütter de Plaza de Mayo – Línea Fundadora, im Namen aller teilnehmenden Organisationen ein Abschlussdokument, in dem es unter anderem heißt: "Seit 30 Jahren leben wir wieder in einer Demokratie – 30 Jahre, die viel mehr sind als drei Jahrzehnte ohne Diktatur. Aus diesem Grund kann man sich heute nur der einen oder der anderen Sache verpflichten: der Demokratie oder den Großkonzernen!" Am Nachmittag kamen schließlich in der Nähe des Parlaments Anhänger der linksgerichteten Parteien sowie verschiedener Menschenrechtsgruppen zusammen.

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In diesem Jahr wurde neben dem Militärputsch noch an ein weiteres Ereignis erinnert: 2004 verfügte der damalige Präsident Néstor Kirchner zum 28. Jahrestag des Militärputsches, dass ein Teil des Geländes der ESMA (Mechanikerschule der Marine) zur Einrichtung einer Gedenkstätte zur Verfügung gestellt wird. Die Räumlichkeiten der ESMA wurden in den Jahren der Diktatur zum größten geheimen Folterzentrum Argentiniens umfunktioniert. In Erinnerung daran wurde im Anschluss an die Kundgebungen zum Militärputsch in der ehemaligen ESMA der 10. Jahrestag der Rückerlangung des ESMA-Geländes und die Einrichtung des Zentrums "Raum der Erinnerung und Menschenrechte" gefeiert. Außerdem wurde in einem feierlichen Akt das von Großmüttern der Plaza de Mayo geleitete Gedenkzentrum "Haus für die Identität" eröffnet.

Weitere Veranstaltungen aus Anlass des Gedenkens an den Putsch gab es zudem in einer Vielzahl anderer größerer Städte, unter anderem in Mendoza, San Carlos de Bariloche, Ushuaia, Catamarca, Jujuy, Córdoba, Santa Fé, Rosario und Neuquén.

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