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Bolivianischer Satellit gestartet

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Satellit Túpac Katari
Satellit Túpac Katari

La Paz. Der erste bolivianische Kommunikationssatellit Túpac Katari (TKSAT-1) ist unlängst in Betrieb genommen worden. Dies gab Iván Zambrana, der Leiter der bolivianischen Raumfahrtbehörde ABE bekannt. Der TKSAT-1 war im Dezember ins All geschossen worden. Die ersten Nutzer der kommerziellen Dienste des Satelliten sind das staatliche Telekommunikationsunternehmen Entel und der Fernsehsender Bolivia TV.

Durch den Satellit wird der Prepaid-Tarif für Mobiltelefonie von 1,5 auf 1,2 Bolivianos (von 0,15 auf 0,12 Euro) pro Minute sinken, zu einigen Uhrzeiten sogar auf 0,4 Bolivianos. Auch die Internetgebühr für ADSL ist ab dem 1. April um 60 Prozent niedriger. Außerdem werden demnächst 1.000 Telezentren aufgebaut, um Internet, Mobiltelefonie und Rundfunk in 2.500 abgelegene Gegenden zu bringen.

Allein die kommerzielle Nutzung des Satelliten durch Entel und Bolivia TV soll dem bolivianischen Staat circa 23 Millionen US-Dollar Einnahmen pro Jahr bringen. Insgesamt sollen 40 Millionen US-Dollar jährlich in die Staatskassen fließen. Geplant ist, dass die  300 Millionen US-Dollar, die in den Raumflugkörper investiert wurden, durch die Einnahmen in ungefähr zehn Jahren zurückgewonnen werden. Nicht nur der Hauptkredit soll damit an die chinesische Entwicklungsbank zurückgezahlt werden, der bolivianische Staat würde außerdem zwischen fünf und zehn Millionen US-Dollar Gewinn machen.

Außer Entel und Bolivia TV gebe es 12 weitere nationale und internationale Unternehmen, die an der Nutzung des Satelliten interessiert seien, versicherte Zambrana in der vergangenen Woche. "Sie wollen die Dienste des Satelliten kaufen, aber wir geben zunächst lokalen Kunden den Vorrang", sagte Zambrana. Doch Bolivien wolle nach und nach auch mit den ausländischen Kunden verhandeln.

Der 28 Meter lange TKSAT-1 umkreist in einer Höhe von 36 Kilometern die Erde und wird von 78 Bolivianern betreut, die in China ausgebildet wurden.

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