Regierung und Gewerkschaften vereinbaren Lohnerhöhung in Bolivien

evo_cob.jpg

Präsident Evo Morales mit Wirtschaftsminister Luis Acre (links) und GewerkschaftsführerJuan Carlos Trujillo von der COB
Präsident Evo Morales mit Wirtschaftsminister Luis Acre (links) und GewerkschaftsführerJuan Carlos Trujillo von der COB

La Paz. Der bolivianische Präsident Evo Morales und der Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes Central Obrera Boliviana (COB), Juan Carlos Trujillo haben am 21. April in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgegeben, dass der nationale Mindestlohn um 20 Prozent und alle darüber liegenden Arbeitslöhne um 10 Prozent angehoben werden.

Die Lohnerhöhung soll rückwirkend zum Jahresbeginn 2014 in Kraft treten. Zwar hatte die COB zunächst 2000 Bolivianos Mindestlohn gefordert, sich in den Verhandlungen aber dann mit 1440 Bolivianos zufrieden gegeben. Dieser liegt mit umgerechnet etwas über 204 Dollar immer noch deutlich unter dem der Nachbarländer wie Brasilien und Argentinien. Die Anhebung richtet sich aber, wie  Präsident Morales ausführte,  an dem Wirtschaftswachstum von sechs Prozent im ersten Quartal 2014 aus. Trujillo seinerseits begrüßte die Ausrichtung des Mindestlohns am wirtschaftlichen Wachstum und rief die Arbeiter zu einer nationalen Ratsversammlung am 24. April auf, um über die Verhandlungsergebnisse zu informieren. Wie der Gewerkschaftsführer betonte, blieben noch die „produktive, soziale und rechtliche Achse als Gegenstand für folgende Verhandlungen mit der Regierung“.

Beide Seiten vereinbarten bereits, Mechanismen zu schaffen, um den Produktivsektors des Landes zu erhöhen und zu schützen.

Der privatwirtschaftliche Sektor in Santa Cruz zeigte sich gegenüber der neuen Vereinbarung aufgeschlossen, merkte jedoch an, dass nicht alle Privatunternehmen in der Lage seien, die Anhebung der Arbeitsvergütung mitzutragen. Man sei aber selbstverständlich zu Gesprächen mit der Regierung bereit, um dieses Problem anzugehen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr