Uruguay nimmt syrische Flüchtlinge auf

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Präsident Mujica will syrische Flüchtlinge aufnehmen
Präsident Mujica will syrische Flüchtlinge aufnehmen

Montevideo. Uruguays Außenminister Luis Almagro hat bekanntgegeben, dass das südamerikanische Land Kinder und Frauen aus syrischen Flüchtlingslagern aufnehmen wird. Es handelt sich dabei um Flüchtlinge aus Zaatari, dem mit rund 100.000 Menschen größten Flüchtlingslager in Nordjordanien. Almagro, der das Lager kürzlich besucht hatte, stellte zudem fest: "Rund ein Viertel der Flüchtlinge sind Kinder unter acht Jahren, einige davon sind nur in Begleitung ihrer Mütter, andere sind Vollwaisen."

Die Bedingungen in dem Lager gelten als äußerst schwierig. Es mangelt an Nahrungsmitteln und Wohnraum. Zudem häufen sich die Berichte über zunehmende Kriminalität, Prostitution und Drogenhandel.

Präsident José Mujica nahm in seiner wöchentlichen Radioansprache am 29. April Stellung zu der Situation in den syrischen Flüchtlingslagern. In Bezug auf die gebotene Solidarität sagte er: "Wir alle schauen Fernsehen und eines der Dinge, das einen wirklich mitnimmt, ist die hohe Anzahl an verlassenen Kindern in den Flüchtlingslagern. Können wir uns nicht als Gesellschaft darum kümmern? Haben wir nicht die Wahl, einige dieser leidenden Kinder zu unterstützen?"

Wenige Tage später bestätigte Außenminister Almagro der Tageszeitung "La República", dass die Regierung Maßnahmen einleiten wird, um einige der Flüchtlinge zu unterstützen. "Die Idee des Präsidenten ist es, Waisenkindern und Witwen mit Kindern einen Ausstieg aus ihrer derzeitigen Lage zu ermöglichen."

Die uruguayische Regierung hat sich mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Verbindung gesetzt, um geeignete Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Zum einem durch direkte finanzielle Unterstützung vor Ort, zum anderen durch Aufnahme von Flüchtlingen in Uruguay.

Nach Auskunft von Außenminister Almagro gibt es ein nationales Notfallsystem, das gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Abstimmung mit internationalen Hilfsorganisationen direkt vor Ort hilft. Zudem bekräftigte er, dass einige der Flüchtlinge direkt nach Uruguay kommen werden.

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