Brasilien

Neonazis in Brasilien wegen Mordversuchs verurteilt

skinheads_armas.jpg

Bei der Festnahme der drei Neonazis beschlagnahmte Waffen
Bei der Festnahme der drei Neonazis beschlagnahmte Waffen

São Paulo. Ein Gericht im brasilianischen São Paulo hat drei Neonazis wegen versuchten Mordes zu Gefängnisstrafen von insgesamt 56 Jahren verurteilt. Die Gruppe hatte im Jahr 2011 vier Männer mit Messern und Äxten angegriffen, die an einer antifaschistischen Gedenkdemonstration für Edson Néris da Silva teilnahmen. Der damals 36-jährige da Silva wurde im Jahre 2000 aufgrund seiner Homosexualität auf offener Straße zu Tode geprügelt.

Nach der nun verhandelten Tat sollen die Neonazis rassistische Äußerungen in Richtung ihrer Opfer gerufen haben. "Es handelt sich hierbei um ein Hassverbrechen", sagte der Richter Fernando Oliveira Camargo bei der Urteilsverkündung am vergangenen Donnerstag. Das Trio wurde außerdem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt.

In brasilianischen Städten kommt es immer wieder zu schwulenfeindlichen und rassistischen Übergriffen von organisierten Faschisten. Im vergangenen Jahr überfielen rechte Skinheads in Niterói im Bundesstaat Rio de Janeiro einen schwarzen Brasilianer und verletzen diesen schwer. Vor allem Homosexuelle werden besonders häufig Opfer von rechten Gewalttätern. Im November 2013 attackierte eine Gruppe Neonazis ein schwules Paar auf der Rua Augusta in São Paulo.

Laut einem Bericht der LGBT-Organisation "Grupo Gay da Bahia" starben in Brasilien im vergangenen Jahr 312 Menschen durch homo- oder transphobe Übergriffe oder wurden in den Selbstmord getrieben. Damit hat Brasilien die höchste Rate an homophob motivierten tödlichen Verbrechen weltweit. Laut der Organisation stirbt alle 28 Stunden ein Mensch in Brasilien aufgrund von Homo- oder Transphobie.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr