Kuba / USA / Politik

Kuba lässt Alan Gross frei, USA entlassen "Cuban Five"

US-Bürger Gross war wegen Einschleusung von Spionagerät verurteilt worden. In USA auch politische Gefangene aus Kuba freigelassen

Havanna/Washington. Die kubanischen Behörden haben einen US-Bürger freigelassen, der seit 2009 wegen Spionage inhaftiert war. Kuba habe dem Gesuch der USA stattgegeben, den 65 Jahre alten Alan Gross aus humanitären Gründen freizulassen, meldeten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf US-Funktionäre in Washington. Gross habe die Heimreise bereits angetreten.

Nach Angaben aus Washington will US-Präsident Barack Obama um 18 Uhr (mitteleuropäische Zeit) eine Pressekonferenz geben. CNN gab indes bekannt, dass Obama eine "bedeutende Veränderung" der US-amerikanischen Kuba-Politik ankündigen werde. Aus Havanna wurde verlautbart, dass Kubas Präsident Raúl Castro zur gleichen Zeit eine Erklärung abgeben wird.

US-amerikanische und spanischsprachige Medien berichteten nach der Bekanntgabe der Freilassung von Gross über einen Gefangenenaustausch zwischen beiden Staaten. Die Regierung in Kuba hatte die Freilassung von drei Informanten in US-Haft stets als zwingende Voraussetzung für eine Haftentlassung von Gross genannt. Die drei Männer sind Mitglieder der "Cuban Five", einer Gruppe von ursprünglich fünf Aufklärern, die gewaltbereite Gruppen des kubanischen Exils in den USA überwacht und die Informationen nach Kuba weitergegeben haben. Die Männer waren 1998 festgenommen und zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Nur zwei der "Cuban Five" sind bislang nach Verbüßen ihrer Strafe freigekommen. Nun wurde die Haftentlassung der übrigen drei bestätigt. Auch das Solidaritätskomitee mit den "Cuban Five" in den USA bestätigte den "Victory!"

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Gross war im Dezember 2009 festgenommen und 2011 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, weil er laut einem Gerichtsurteil illegales Kommunikationsmaterial wie Satellitentelefone an US-Kontakte verteilt hat. Bei seiner Verhaftung war der IT-Spezialist für seine eigene Firma in Kuba unterwegs - die wiederum ein Subunternehmen der US-Entwicklungsorganisation USAID war, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die USAID hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Geheimdienstmissionen in Lateinamerika und vor allem in Kuba durchgeführt.

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