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27.01.2015 Amerikas / EU / Griechenland / Politik

Kontakte zwischen Syriza, Podemos und Linken in Lateinamerika

Sucht Kontakt zur Linken in Lateinamerika: Alexis Tsipras

Sucht Kontakt zur Linken in Lateinamerika: Alexis Tsipras

Quelle: facebook.com

Caracas/Athen. Der Präsident von Venezuela, Nicolás Maduro, hat dem neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zur Regierungsübernahme gratuliert. In einem Kommuniqué beglückwünschte das linksgerichtete Staatsoberhaupt den griechischen Sozialisten "im Namen der Bolivarischen Regierung und des venezolanischen Volkes". Das griechische Volk habe "mit seiner Wahlbeteiligung und der demokratischen Stimmabgabe seiner Souveränität Ausdruck verliehen", so Maduro.

Die venezolanische Regierung übersandte der Partei Syriza "und dem Genossen Alexis Tsipras die besten Glückwünsche für ihren historischen Sieg". Man wünsche der neuen Staatsführung eine erfolgreiche Regierungsarbeit. Venezuela sei bereit, sich gemeinsam mit der neuen griechischen Führung "für die Entwicklung, Frieden, Kooperation und für die Verteidigung einer gerechten und multipolaren Weltordnung" einzusetzen.

Tsipras pflegt seit Jahren enge Kontakte mit der linksgerichteten Führung in Venezuela. Nach dem Tod des damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nahm er im März 2013 an den Trauerfeierlichkeiten in Caracas teil. In einem Interview betonte der griechische Sozialist damals die sozialen Fortschritte unter der Regierung Chávez. 14 Jahre zuvor habe es bei dessen Amtsantritt sechs Millionen Arme in Venezuela gegeben, inzwischen hätten diese sechs Millionen Rechte und seien gleichwertige Bürger. Dies sei der Regierungsführung von Chávez zu verdanken, so Tsipras, der schon damals vor einer wirtschaftlichen Krise in den Ländern Lateinamerikas warnte. Zwar habe sich die globale Krise noch nicht auf Venezuela und die übrigen Länder der Region ausgewirkt, in denen die Austeritätspolitik nicht durchgesetzt wurde. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis man die Folgen auch dort zu spüren bekomme.

Nach Ansicht politischer Beobachter könnte eine neue griechische Führung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras die Kooperation mit Linkskräften in Europa und Lateinamerika befördern. Ein Hinweis ist die Präsenz des Fraktionsvorsitzenden der neuen spanischen Linkspartei Podemos im Europaparlament, Pablo Bustinduy, bei den Siegesfeiern am Sonntag in Athen. Bustinduy ist einer der Mitbegründer von Podemos und ein enger Berater von Parteichef Pablo Iglesias. Er hatte Iglesias auch bei einer Lateinamerikareise im vergangenen Oktober begleitet, bei der sich die spanischen Linkspolitiker mit den Präsidenten von Ecuador, Bolivien und Uruguay trafen.

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