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05.02.2015 Brasilien / Kultur

Rezension: As Hiper Mulheres (Itão Kuẽgü)

Kuikuro-Frauen beim Ritual Jamurikumálu

Kuikuro-Frauen beim Ritual Jamurikumálu

Lizenz: Takumã Kuikuro

Ein Film von Carlos Fausto, Leonardo Sette und Takumã Kuikuro


As Hiper Mulheres aus dem Jahr 2011 ist ein erheiterndes Porträt der Geschlechterbeziehungen bei den Kuikuro und erzählt von einem Ritual der indigenen Gemeinschaft aus der Region Xingu im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Auf humorvolle Art und Weise tragen die Kuikuro-Frauen beim Jamurikumálu Lieder und Choreografien zu den Themen Liebe und Sexualität aus weiblicher Perspektive vor und am Ende des Rituals steht die freie Wahl des Sexualpartners für die Nacht. Doch das Wissen über die Gesänge und Tänze droht zu verschwinden.

Zu Beginn des Films, wird ein älterer Mann gezeigt, der voller Unruhe darauf drängt, ein Festival zu organisieren, um das Jamurikumálu-Ritual noch einmal zu praktizieren und so das Wissen der Vorfahren an möglichst viele Kuikuro-Frauen weiter zu geben. Der Mann wird von der Sorge getrieben, die gesundheitlich angeschlagene Dorfälteste könne die uralten Lieder und Choreografien mit ins Grab nehmen. Und so begleitet der Film die Mitglieder der Gemeinschaft bei ihren Proben und Vorbereitungen auf das große Fest.

Kanu Kuikuro und Tugupé Kuikuro bei den Vorbereitungen auf das Festival

Lizenz: Takumã Kuikuro

Auch im Alltag der Kuikuro scheint Musik eine große Rolle zu spielen. Bei den unterschiedlichsten Arbeiten stimmen die Protagonisten des Films immer wieder Lieder an. In Hängematten schaukelnd geben die Alten Melodien und Texte an die Jüngeren weiter. Als die Fischer kurz vor dem Festival mit ihrem Fang zurückkehren, werden auch sie mit Gesang und Tanz begrüßt.

Zum Festival selbst reisen zahlreiche Kuikuro aus anderen Gemeinden an. Die Frauen schmücken und bemalen sich festlich und die Aufregung unter ihnen ist förmlich spürbar. Auffallend ist, dass sowohl zwischen den Generationen als auch zwischen den Geschlechtern der Umgang miteinander relativ zwanglos und entspannt erscheint. Das Thema Sexualität ist dabei nicht nur musikalisch präsent und wird auf erheiternde Art und Weise mit der Handlung des Films verflochten.


Im Rahmen der 65. internationalen Filmfestspiele Berlin, die vom 5. bis 15. Februar stattfinden, präsentieren wir hier in den kommenden Tagen und Wochen einige Filme aus der Sonderreihe zum indigenen Kino Lateinamerikas. Unter der Überschrift 'NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema' werden auf der Berlinale insgesamt 18 Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1986 bis 2014 gezeigt.

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Kuikuro-Frauen beim Ritual Jamurikumálu
Kanu Kuikuro und Tugupé Kuikuro bei den Vorbereitungen auf das Festival

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18.12.2014 Nachricht von André Otávio Groth