Barclays: Weniger Erdöl aus Venezuela an Petrocaribe

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Pdvsa-Gebäude in der venezolanischen Stadt Maracaibo
Pdvsa-Gebäude in der venezolanischen Stadt Maracaibo

Caracas. Die Wirtschaftskrise in Venezuela beeinträchtigt einem Bericht der britischen Investmentbank Barclays zufolge zunehmend preisgünstige Erdöllieferungen an Staaten Lateinamerikas und der Karibik. Demnach sollen die Zuwendungen an Kuba und weitere Mitgliedsländer des energiepolitischen Bündnisses Petrocaribe seit dem vergangenen Jahr massiv zurückgefahren worden sein. Der Bericht fand in US-amerikanischen und lateinamerikanischen Medien breiten Widerhall, wenngleich es aus Venezuela keine Bestätigung gibt und die Zahlen auf dünner Faktenbasis beruhen.

Erstellt wurde die fünfseitige Kurzstudie mit dem Titel "Reducing Generosity" (etwa: Gedrosselte Großzügigkeit) von den beiden Analytikern Alejandro Arreaza und Alejandro Grisanti, die in Caracas tätig sind. Nach ihren Erkenntnissen hat Venezuela unter dem Eindruck der wirtschaftlichen und politischen Krise in dem südamerikanischen Land die Erdölexporte in die Petrocaribe-Staaten seit 2012 um die Hälfte gekürzt. Damals seien täglich noch rund 400.000 Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) venezolanischen Erdöls zu Vorzugskonditionen in die Länder der Region exportiert worden. Zuletzt seien es gerade einmal 200.000 Barrel pro Tag gewesen.

Kuba, das zeitweise über 100.000 Barrel venezolanischen Erdöls erhielt, habe zuletzt gerade einmal 55.000 Barrel pro Tag in Empfang genommen. Die Dominikanische Republik müsse mit 56 Prozent weniger Erdöl auskommen, Jamaika gar mit 72 Prozent. Unklar bleibt allerdings, wie verlässlich die Zahlen sind. Die Autoren der Studie haben keine offiziellen Daten zur Hand. Arreaza und Grisanti argumentieren lediglich mit Erhebungen der Firma Petrologistics, die, wie es im Bericht heißt, "Öltanker auf der ganzen Welt erfasst". Im Internet sind keine weiteren substantiellen Informationen zu der Firma zu finden, eine Internetseite befindet sich "im Aufbau".

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