Venezuela erhöht Lehrergehälter um 50 Prozent

contacto_con_mduro.jpg

Präsident Maduro in seiner Fernseh- und Radiosendung
Präsident Maduro in seiner Fernseh- und Radiosendung

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat eine Erhöhung der Gehälter für Lehrerinnen, Lehrer und Dozenten der staatlichen Universitäten um 50 Prozent angeordnet. Insgesamt werden knapp 18 Milliarden Bolívar (rund 2,6 Milliarden Euro) für die Lohnerhöhung zur Verfügung gestellt, die rückwirkend ab 1. Mai dieses Jahres wirksam wird. Zudem bewilligte Maduro weitere 11,5 Milliarden Bolívar (rund 1,7 Milliarden Euro) für Rentenzahlungen an pensionierte Lehrkräfte.

Die Gehaltserhöhung begünstigt sämtliche Lehrkräfte der öffentlichen Schulen und Universitäten, die dem Bildungsministerium unterstellt sind. Je nach Gehaltsstufe werden ihre Löhne, die bisher zwischen 5.255 und 8.235 Bolívar monatlich lagen, auf 7.877 bis 12.352 Bolívar angehoben.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Maduro beauftragte zudem den Bildungsminister Héctor Rodríguez, mit den Gewerkschaften vorgezogene Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag der Lehrkräfte einzuleiten. Davon würden über 700.000 Lehrer, Beamte und andere Angestellte des Ministeriums profitieren. Die Arbeitsbedingungen müssten "an die Bedingungen des wirtschaftlichen Krieges angepasst" werden, "um die Lehrkräfte zu schützen", so der Präsident in seiner Rundfunk- und Fernsehsendung "En Contacto con Maduro" (In Kontakt mit Maduro). Seit langem beklagt Maduro, dass Teile der venezolanischen Rechten und ausländische Akteure unter Führung der USA einen "Wirtschaftskrieg" gegen Venezuela führen.

Ein Problem der venezolanischen Wirtschaft ist dessen ungeachtet aber auch die traditionell hohe Inflationsrate, die vergangenes Jahr Schätzungen zufolge bei 60 bis 70 Prozent lag. An der Kundgebung am vergangenen 1. Mai hatte Präsident Maduro darauf hingewiesen, unter diesen Bedingungen seien Lohnerhöhungen für die Beschäftigten eine Priorität seiner Regierung. In seiner Sendung bekräftigte der Staatschef erneut, der Bildungsbereich müsse auch unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen gestärkt werden.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr