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06.09.2015 Peru / USA / Militär / Politik

Proteste gegen Ankunft von US-Soldaten in Peru

Demonstration gegen die Stationierung von US-Soldaten in Peru

Demonstration gegen die Stationierung von US-Soldaten in Peru

Lima. Soziale und politische Organisationen in Peru haben gegen die Ankunft des US-amerikanischen Flugzeugträgers "U.S.S. George Washington" mit 3.200 Soldaten an Bord demonstriert. Sie kritisieren die Stationierung als schädlich für die peruanische Souveränität und Sicherheit.

Der Flugzeugträger hatte am 1. September im Hafen von Callao angelegt und sollte zunächst sechs Tage dort bleiben. Die Stationierung erfolgte im Rahmen eines Abkommens zur bilateralen militärischen Zusammenarbeit zwischen den USA und Peru, das im Januar vom peruanischen Kongress unterzeichnet wurde. Die Vereinbarung erlaubt die Stationierung und den Aufenthalt US-amerikanischer Truppen.

Seit Anfang Februar halten sich ungefähr 250 US-Soldaten in dem südamerikanischen Andenstaat auf, am Dienstag folgten die 3.200 Soldaten der "U.S.S. George Washington". Sie sollen die peruanische Armee im Kampf gegen Drogenhändler und Aufständische schulen. Kritiker bezeichnen das als Vorwand, weil von einstmals sehr starken bewaffneten Gruppen wie dem maoistischen "Leuchtenden Pfad" nur ein kleiner Rest übriggeblieben ist. Auch die illegalen Anbauflächen für Koka und somit auch der Drogenhandel sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Am 21. August fanden bereits erste Proteste gegen die Ankunft des US-Militärs statt. Dem Aufruf der Demonstranten zufolge ist Peru das einzige Land der Region mit insgesamt neun US-Militärbasen sowie drei Häfen, die für den Nachschub der 4. US-Flotte sorgen. Diese Flotte ist verantwortlich für sämtliche militärische Operationen der US-Marine in der Karibik, Zentral- sowie Südamerika.

Nach Aussage der kommunistischen Partei Perus will das Pentagon unter dem Vorwand des Kampfes gegen Drogen und Aufständische den Weg für mögliche militärische Aktionen in Lateinamerika bereiten. Scharfe Kritik kommt auch von Gustavo Espinoza, einem ehemaligen Kongressabgeordneten: "So solch einer Situation ist es in anderen Ländern nur im Rahmen einer Militärinvasion gekommen."

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