Venezuela / USA / Schweiz / Politik / Kultur

Ex-Fifa-Funktionär Rafael Esquivel auf Kaution frei

rafael-esquivel.jpg

In die USA ausgeliefert: Rafael Esquivel
In die USA ausgeliefert: Rafael Esquivel

New York. Der ehemalige Präsident des venezolanischen Fußballverbandes und ehemalige Vizepräsident des südamerikanischen Fußball-Kontinentalverbandes Conmebol, Rafael Esquivel, ist von einem New Yorker Gericht gegen eine Kaution von sieben Millionen US-Dollar auf freien Fuß gesetzt worden.

Rafael Esquivel war einer von sieben früheren Fifa-Funktionäre, der im Mai 2015 auf Anfrage der USA in der Schweiz verhaftet wurde. Er befand sich neun Monaten lang in Zürich in Gewahrsam. 

Zwei US-Polizisten begleiten den Venezolaner vergangene Woche von Zürich nach New York. Zuvor hatte Esquivel in der Schweiz ein Gesuch auf Haftentlassung eingereicht. Doch das Schweizer Bundesgericht teilte die Auffassung des Bundesstrafgerichts, dass beim 69-Jährigen Esquivel, trotz angeschlagener Gesundheit, von einer hohen Fluchtgefahr auszugehen sei.

Der Venezolaner besitzt nicht nur einen venezolanischen Diplomatenpass, sondern auch die spanische sowie venezolanische Staatsbürgerschaft. Zudem gehörten ihm Immobilien in mehreren Ländern und er verfügt über ein weltweit gut ausgebautes Netzwerk dank seiner früheren Funktionen.

In den USA musste Esquivel sich vor einem Gericht in New York verantworten. Die Anklage lautet auf Bestechung rund um den Verkauf von Marketingrechten für die Copa America. Er soll von den Firmen Traffic und Fullplay rund 2,7 Millionen US-Dollar für die Übertragungsrechte der Copa América in den  Jahren  2007, 2015, 2016, 2019 und 2023 erhalten haben.

Bei seiner ersten Anhörung vor dem New Yorker Gericht plädierte Esquivels Anwalt David Goldstein auf "nicht schuldig" und forderte die Freilassung seines Mandanten. Nachdem seine Kinder, die in den USA leben und für ihren Vater bürgen, die geforderte Kautionssumme von sieben Millionen US-Dollar hinterlegt hatten, wurde er freigelassen. Allerdings unter Auflagen: Er musste er seinen Pass abgeben und bis auf Weiteres eine elektronische Fußfessel tragen.

Esquivel hat sich in eins seiner Appartements in Miami zurückgezogen. Bisher hat er sich noch nicht zu seinem Fall geäußert und verweigert die Medien weitere Stellungnahmen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr