Maschinenbauer Voith stoppt Lieferung für Wasserkraftwerk in Honduras

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Staudamm mit Beteiligung von Voith – hier in Cana Brava, Brasilien
Staudamm mit Beteiligung von Voith – hier in Cana Brava, Brasilien

Heidenheim/Tegucigalpa. Der deutsche Maschinenbaukonzern Voith hat am Mittwoch den Stopp seiner Lieferungen an das Wasserkraftwerk Agua Zarca in Honduras bekannt gegeben. Das Unternehmen begründete den Schritt mit den gewaltsamen Toden der beiden Mitglieder der Menschenrechts- und Umweltorganisation COPINH, Berta Cáceres und Nelson García. Beide Aktivisten hatten sich gegen das Wasserkraftwerkprojekt engagiert und waren im März unmittelbar nacheinander erschossen worden. Anfang dieser Woche wurden  im Zusammenhang mit den Morden drei Militärs und ein Mitarbeiter der Agua-Zarca-Betreiberfirma DESA festgenommen worden. Voith folgt mit seinem Rückzug internationalen Geldgebern aus Finnland und den Niederlanden, die ihre Kooperation mit Agua Zarca bereits eingestellt haben.

"Wir begrüßen ausdrücklich, dass die honduranischen Ermittlungsbehörden, wie von uns mehrfach gefordert, konkrete Schritte zur Aufklärung des Verbrechens unternehmen und in ihren Ermittlungen nun offenbar vorankommen", schreibt Voith unter Bezugnahme auf die Festnahmen in dieser Woche. Man habe zur Kenntnis genommen, dass Medienberichten zufolge zwei der vier Tatverdächtigen in Verbindung zum Betreiber DESA der Wasserkraftanlage Agua Zarca stehen sollen. "Laut den uns vorliegenden Berichten soll es sich um einen aktuellen und einen ehemaligen Mitarbeiter von DESA handeln", heißt es in der Erklärung weiter.

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Protestaktion gegen das Wasserkraftwerkprojekt Agua Zarca in Honduras
Protestaktion gegen das Wasserkraftwerkprojekt Agua Zarca in Honduras

"Wir haben unseren Kunden DESA nach eingehender Prüfung der Situation daraufhin am gestrigen Dienstagnachmittag deutscher Zeit informiert, dass wir aufgrund des gegen aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter von DESA bestehenden Tatverdachts bis auf Weiteres alle Lieferungen für das Projekt einstellen", heißt es in der Erklärung weiter. Voith habe DESA zudem aufgefordert, mit den Behörden zu kooperieren und zu einer schnellen Klärung des Sachverhaltes beizutragen.

Abhängig vom weiteren Verlauf und den Ergebnissen der Ermittlungen werde man entscheiden, ob die Lieferungen wieder aufgenommen werden können. Voith verurteile jede Art von Gewalt und toleriere keinerlei Form von gesetzwidrigem Verhalten.

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