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Verhaftung von Drogenboss "Caracol" in Kolumbien

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Erledigt: Fahndungsblatt für Gerson Aldair Gálvez alias "Caracol"
Erledigt: Fahndungsblatt für Gerson Aldair Gálvez alias "Caracol"

Medellín. In Kolumbien ist der Polizei in einem Einkaufszentrum der Stadt Medellín die Festnahme des Drogenbosses Gerson Aldair Gálvez gelungen. Der Peruaner mit dem Spitznamen "Caracol" (Schnecke) wurde an die Behörden in seinem Heimatland ausgeliefert. Dort wurde er unter anderem wegen mehr als hundertfachen Mordes und Drogenhandels gesucht. Gálvez war einer der meistgesuchten Verbrecher des südamerikanischen Landes.

Der Anführer der Bande "Barrio Kings", die sich in dem bei Lima liegenden Hafen Callao auf Überfälle und Erpressungen spezialisiert hatte, befand sich laut Presseinformationen in Medellín um Kontakte zur ortsansässigen Gruppierung "Oficina de Envigado" zu knüpfen. Diese kriminelle Organisation zählt zu den mächtigsten im kolumbianischen Drogenhandel. In Kooperation sollten neue Drogenrouten auf dem Seeweg von Callao in die USA sowie nach Europa etabliert werden. Nach Informationen der peruanischen Antidrogenbehörde Dirandro sei das langfristige Ziel von Caracol gewesen, an der Spitze eines die beiden Länder umfassenden Kartells zu stehen.

Die Festnahme, die Jorge Nieto, Chef der peruanischen Nationalpolizei, als "harten Schlag gegen die transnationale Kriminalität" bewertete, gelang den kolumbianischen und peruanischen Behörden in Zusammenarbeit mit Interpol. Der auch als Chapo Guzmán Perus bezeichnete Drogenboss habe sich seit insgesamt 18 Monaten auf der Flucht vor der Polizei befunden. Zunächst sei "Caracol" unter anderem in Ecuador und Panama untergetaucht, bevor er etwa die letzten drei Monate in Kolumbien verbrachte, so Nieto weiter.

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In Peru soll Gerson Aldair Gálvez nun schnellstmöglich vor Gericht gestellt werden. Dort soll ihm wegen organisierter Kriminalität und Drogenhandels in drei Fällen der Prozess gemacht werden. Laut Lucio Sal y Rosas, dem für organisiertes Verbrechen zuständigen Staatsanwalt, gilt eine Gefängnisstrafe zwischen 25 und 30 Jahren als wahrscheinlich. Bis zum endgültigen Urteil soll Caracol laut Justizminister Aldo Vásquez in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht werden.

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