Wirtschaftswachstum in Lateinamerika geht zurück

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Logo der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal)
Logo der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal)

Santiago de Chile. Laut einer Prognose der Wirtschaftskommission der Vereinten Nation für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) wird die Wirtschaft in der Region in diesem Jahr um 0,8 Prozent schrumpfen. Dabei drückt vor allem ein Minus von 3,5 Prozent in Brasilien, der größten Volkswirtschaft der Region und der siebtgrößten weltweit, die Bilanz. Dies geht aus dem am Dienstag in der chilenischen Hauptstadt vorgelegten Cepal-Jahresbericht hervor.

Die Aussichten in den einzelnen Ländern sind sehr unterschiedlich. Der stärkste Rückgang wird für Venezuela (acht Prozent) erwartet, gefolgt von Brasilien. Dagegen kann beispielsweise Bolivien mit einem Wachstum von 4,5 Prozent rechnen, Peru von 3,9. Auch in den meisten Ländern Mittelamerikas seien die Aussichten gut, so in Nicaragua (4,5), Guatemala (3,5) und Honduras (3,4).

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Brasiliens verbänden sich mit der politischen Krise, so der Bericht. Die fehlende Unterstützung der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff im Parlament sowie die laufenden Verfahren gegen mehrere Parteien und Politiker wegen Korruption und Wahlkampffinanzierung wirkten sich auf alle Bereiche der Wirtschaft, vor allem auf die Investitionen aus. Im vergangenen Jahr ging die Industrieproduktion um 9,7 Prozent zurück, ebenso der Handel (8,9), Bau (7,6) und Transport (4,8). Seit der vorläufigen Suspendierung Rousseffs sei keine Änderung dieser Entwicklung feststellbar.

In Venezuela spielten die Folgen der politischen Krise und Einnahmeverluste durch den drastischen Preisverfall beim Erdöl eine große Rolle. Hinzu komme eine Energiekrise wegen der anhaltenden Dürre.

Für Argentinien prognostiziert Cepal einen Rückgang um 1,5 Prozent, nach einem Zuwachs von 2,4 im vergangenen Jahr. Die Maßnahmen von Präsident Mauricio Macri hätten bislang nicht zu einem Anstieg der Investitionen geführt. Zudem hätten die Kürzungen von Subventionen und die Anhebung der Preise unter anderem für Gas, Strom und Transport sowie die zunehmende Inflation hätten zu einer Verringerung der Einkommen mit Auswirkungen auf das Konsumniveau im Inland geführt.

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