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30.07.2016 Chile / Politik / Soziales

Bachelet: Rentenreform große Herausforderung für Chile

Am 24. Juli demonstrierten nach Angaben der Organisatoren 750.000 Chilenen in 40 Städten gegen die privaten Rentenfonds

Am 24. Juli demonstrierten nach Angaben der Organisatoren 750.000 Chilenen in 40 Städten gegen die privaten Rentenfonds

Quelle: No+AFP/Facebook

Santiago. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat sich erstmals zu den anhaltenden Protesten gegen das aktuelle Rentenversicherungssystem geäußert. Bei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast La Moneda betonte sie, dass ihre Regierung die Kritik und die Forderung nach einer grundlegenden Reform wahrnehme. Die Sicherung einer Rente, die "gerecht ist und die Würde und Anstrengung der Leute anerkenn", sei die große Herausforderung der Politik.

"Wir treiben die Schaffung eines staatlichen Rentenfonds voran und haben einen Fahrplan definiert um ein System zu haben, dass von mehr Solidarität und besseren und nachhaltigeren Renten zeugt", sagte die Präsidentin gegenüber der Presse. Darüber hinaus würdigte Bachelet die friedliche und organisierte Art, mit der die Bürger ihrem Unmut in den vergangenen Tagen Ausdruck verliehen hatten.

Unter dem Motto No + AFP ("Keine privaten Rentenfonds mehr") waren in mehr als 40 Städten Menschen gegen das private Rentenversicherungssystem auf die Straße gegangen. Während von offizieller Seite keine Teilnehmerzahlen veröffentlicht wurden, gaben die Veranstalter bekannt, dass im ganzen Land 750.000 Personen demonstrierten, allein 150.000 in der Hauptstadt Santiago. Die Proteste wurden begleitet von vielen kulturellen Darbietungen und Musikgruppen. Ähnliche Märsche sollen am 10. August, am 10. Oktober und am 4. November dieses Jahres wiederholt werden.

Das aktuelle Rentenversicherungssystem Chiles geht auf den ehemaligen Arbeitsminister José Piñera zurück, der unter Augusto Pinochet im Jahr 1980 die privaten Rentenfonds einführte. Bereits im April 2014 hatte Bachelet eine Kommission einberufen, die den Status Quo des Rentensystems zum Thema hatte. Der durch den Kommissionsvorsitzenden David Bravo veröffentlichte Abschlussbericht zeugte von einer Spaltung innerhalb der Regierung. Die einen befürworten ein neues Rentensystem, andere lediglich eine Reformierung des bestehenden.

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