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Ecuador, Costa Rica und Kolumbien bei Seegrenzen und Umweltschutz einig

Meeresufer auf den Galapagos-Inseln vor Ecuador

Meeresufer auf den Galapagos-Inseln vor Ecuador

Quelle: pantxorama
Lizenz: CC by-sa 2.0

Quito. Die Präsidenten von Ecuador, Kolumbien und Costa Rica haben Ende der Woche auf den Galapagos-Inseln einen Vertrag unterzeichnet, der die jeweiligen Landesgrenzen im Bereich der Küstengebiete festlegt.

Der seit 1985 vorbereitete Vertragsabschluss wurde möglich durch "ein gegenseitiges Vertrauen, den guten Willen und das technisches Know-how der Sachverständigen", erklärte der Präsident von Costa Rica, Luis Guillermo Solís: "Wir konnten beweisen, dass eindeutig festgelegte Grenzen ein Motor für eine konstruktive Zusammenarbeit sein können, anstatt für destruktive Diskussionen zu sorgen." Solís hob die nun mögliche Zusammenarbeit zur Entwicklung der Region hervor.

Auch Ecuadors Präsident Rafael Correa und Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos äußerten sich positiv über eine mögliche Zusammenarbeit im Seegebiet. Es gehe um den Naturschutz des maritimen Korridors zwischen den Galapagos-Inseln (Ecuador), den Cocos-Inseln (Costa Rica) und den Malpelo-Inseln (Kolumbien), so Correa.

Die neuen Meereskarten beinhalten eine Erweiterung der besonders geschützten Küstenzonen von Costa Rica und Kolumbien. Im Fall von Kolumbien vervierfacht sich das maritime Naturschutzgebiet von Malpelo auf 27.000 Quadratkilometer. Das Gebiet besitzt eines der größten Korallenriffe der Welt und ist ein Regenerierungsgebiet für zahlreiche Arten.

Auch Costa Rica plant, den Schutz der Gewässer um die Kokos-Inseln um 10.000 Quadratkilometer zu erweitern. Dadurch wird der zwar erlaubte aber zerstörerische Fischfang in internationalen Gewässern in tiefe Gewässer verbannt.

Vor wenigen Tagen erst hatte die Unesco Ecuador im Rahmen der dritten Welterbe-Konferenz wegen seiner Anstrengungen zum Schutz der Galapagos-Inseln ausgezeichnet. Vor Beginn der Regierungszeit von Correa vor acht Jahren standen die Galapagos-Inseln noch auf der sogenannten Welt-Risiko-Liste. Doch inzwischen wurden dort die Investitionen um ein 14-faches auf 270 Millionen US-Dollar erhöht. Rafael Correa schlägt vor, auch Panama in die Umweltschutzmaßnahmen einzubeziehen. Panama teilt mit seinen Nachbarn die Zone des "Meereskorridors" mit der Insel Coiba.

Kolumbiens Präsident Santos erinnerte an den dänische Wissenschaftler Bjorn Lomborg vom Institut Copenhagen Consensus. Lomborg hat darauf hingewiesen, dass die rentabelste Investition zur globalen Artenrettung der Schutz der Meereskorallen ist: Jeder US-Dollar Investition erbringe 24 US-Dollar Gewinn. Santos erklärte zum Abschluss der Zeremonie auch, dass der Schutz gemeinsamer eigener und globaler Interessen die Beziehungen zwischen den drei Ländern gefestigt und zumindest in diesem Bereich der Erde den Frieden gesichert hat.

Doch hinter der gelobten Drei-Länder-Kooperation lauert bereits eine neue Gefahr. Die Meeresbiologin Liliana Rendon wies darauf hin, dass die Festlegung der Meeresgrenzen es ermöglichte, die Kontinentalgrenzen zu erweitern und die Suche nach Bodenschätzen zu beginnen. Derzeit werden Erdöl und Erdgas unter dem Meeresboden gesucht. Auch Edelmetalle sollen sich dort befinden. Die große Herausforderung bestehe darin, solcher Reichtümer abzubauen, ohne die verletzliche Meereslandschaft zu schädigen, so Rendon.

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