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China verstärkt Kooperation mit Lateinamerika

Morales und Wang Yi am Donnerstag in La Paz

Morales und Wang Yi am Donnerstag in La Paz

Quelle: Jose Lirauze

Quito/La Paz/Lima. Chinas Außenminister Wang Yi besucht diese Woche auf einer mehrtätigen Reise vier lateinamerikanische Staaten. Die Tour führt den Vertreter der Volksrepublik nach Ecuador, Bolivien, Peru und Kolumbien. Im Zentrum der Besuche steht die Stärkung der bilateralen Bezeihungen der südamerikanischen Länder mit China.

In Ecuador traf Wang am vergangenen Montag mit Präsident Rafael Correa und Außenminister Guillaume Long zusammen. Correa bedankte sich bei China für die Aufbauhilfe nach dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen April. Wang stellte eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich der Industrialisierung und Diversifizierung der ecuadorianischen Wirtschaft in Aussicht. In den letzten Jahren waren chinesische Unternehmen bereits am Bau von acht Wasserkraftwerken und einem Dutzend Überlandstraßen beteiligt.

In Perus Hauptstadt Lima wurde Wang am Mittwoch von Präsident Pedro Pablo Kuczynski empfangen. Der Diplomat bekräftigte den Willen Chinas, den Freihandel im asiatisch-pazifischen Raum und den Abschluss bilateraler Abkommen zu fördern. Später fand ein Arbeitstreffen mit Perus Außenminister Ricardo Luna Mendoza statt.

Anschließend besuchte Wang Bolivien, wo er mit Präsident Evo Morales zusammenkam. "Bolivien und China sind geopolitische Verbündete", sagte Morales bei der Verleihung eines Ordens an den asiatischen Gast. China spiele eine wichtige Rolle bei der unabhängigen Entwicklung Lateinamerikas, so der Präsident. Als Beispiele nannte er chinesische Investitionen in ein Eisenhüttenwerk in Mutún und den Straßenbau. Hierfür sagte China nach Angaben von Morales jetzt einen Kredit in Höhe von rund fünf Milliarden US-Dollar "ohne politische Bedingungen" zu und erließ Bolivien zugleich Schulden von 800.000 Dollar.

Weitere Großprojekte sind vorgesehen, so der Bau eines neuen Flughafens in Santa Cruz und eines Wasserkraftwerks.

Chinas Außenminister bekräftigte auch das Interesse seines Landes, am Bau einer Bahnlinie zu partizipieren, die den Pazifischen und Atlantischen Ozean verbinden soll. Der "Tren Bioceánico" soll dereinst vom brasilianischen Hafen Santos durch die bolivianischen Anden nach Ilo in Peru führen.

Am gestrigen Freitag reiste Wang zum Abschluss seiner Reise weiter nach Kolumbien. Der Besuch, der auch ein Treffen mit Präsident Juan Manuel Santos umfasst, dauert bis Sonntag. Bereits Anfang der Woche hatte Wang aus Quito verlauten lassen, Chinas Regierung unterstütze weiterhin den Friedensprozess zwischen Kolumbiens Regierung und der Farc-Guerilla.

China ist laut einer gemeinsamen Forschungsarbeit des Inter-American Dialogue und der Global Economic Governance Initiative an der Universität Boston zur wichtigsten Finanzierungsquelle für die Entwicklung lateinamerikanischer Länder geworden. Bei Darlehen an Länder der Region haben chinesische Finanzmittel inzwischen die der Weltbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der U.S. Export-Import Bank zusammengerechnet übertroffen.

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