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07.11.2016 Haiti / Menschenrechte / Soziales

Jugendlicher in Haiti bei Verteilung von Lebensmitteln getötet

89 Tonnen Reis, Öl und Bohnen wurden im Süden Haitis bereits durch die Vereinten Nationen verteilt

89 Tonnen Reis, Öl und Bohnen wurden im Süden Haitis bereits durch die Vereinten Nationen verteilt

Quelle: twitter.com

Port-au-Prince. In Haiti ist erneut ein Jugendlicher während der Verteilung von Nahrungsmitteln getötet wurden. Polizisten hatten ihn erschossen, nachdem die Situation in Les Cayes im Südwesten des Inselstaates aufgrund von Unruhen in der Menschenmenge außer Kontrolle geraten war. Wenige Tage zuvor war unter ähnlichen Umständen bereits eine 16-Jährige von der Polizei getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden.

In der Folge kam es zu lokalen Protesten, bei denen Zeitungsberichten zufolge Reifen angezündet wurden. Bürgermeister Gabriel Fortuné forderte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren, damit sich solche Geschehnisse nicht wiederholen könnten. Er drückte sein Bedauern über den Tod des Jugendlichen aus und versicherte dessen juristische Aufarbeitung. Eine Stellungnahme des Innenministeriums mahnte ebenfalls zur Ruhe und verwies zugleich darauf, dass dem Schusswaffeneinsatz durch die Polizei "geplante Attacken durch bewaffnete Angreifer mit Sturmmasken" voraus gegangen sein sollen, was nicht hinnehmbar sei.

Berichten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge ist die Versorgung mit Lebensmitteln von 800.000 Haitianern "ernsthaft bedroht", nachdem der Hurrikan Matthew Anfang Oktober einen Großteil der Ernte zerstört hat. "Die Aussaat im Winter rückt immer näher. Die landwirtschaftlichen Produzenten haben alles verloren. Wenn wir jetzt nicht handeln und sie mit Saatgut, Dünger und anderen benötigten Materialien versorgen, werden sie nicht aussäen können und sich einer dauerhaften Nahrungsmittelknappheit ausgesetzt sehen", erklärte Nathanael Hishamunda, Vertreter der FAO für Haiti. Die Situation ist insbesondere im Süden des Landes sehr kritisch, wo der Hurrikan auf Land traf.

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