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21.12.2016 Kuba / USA / Medien / Politik

Google soll Internet auf Kuba verbessern

Eric Schmidt (links) und Etecsa-Präsidentin Mayra Arevich bei der Unterzeichnung des Abkommens am 12. Dezember in Havanna

Eric Schmidt (links) und Etecsa-Präsidentin Mayra Arevich bei der Unterzeichnung des Abkommens am 12. Dezember in Havanna

Quelle: Jose M. Correa

Havanna. Der US-Konzern Google und das staatliche kubanische Unternehmen für Telekommunikation Etecsa haben ein Abkommen zur Verbesserung des Internetzugangs auf der Insel geschlossen. Kuba erhält im Rahmen des Vertrags Zugang zu Googles "Global Cache", womit sich die Zugriffszeit für Angebote wie Google-Suche, das Videoportal Youtube oder den Mailingdienst Gmail deutlich verkürzen soll.

Eric Schmidt, langjähriger Google-Chef und seit 2015 einer der Geschäftsführer des Mutterkonzerns Alphabet Inc., kam persönlich zur Unterzeichnung in die kubanische Hauptstadt.

Bei der Nutzung von Google-Produkten auf Kuba soll es ab sofort zu großen Geschwindigkeitsverbesserungen kommen. Anfragen werden über den "Google Cache" an den nächstgelegenen Server weitergeleitet, was die Antwortzeit erheblich reduzieren würde. Offenbar unterhält Google in diesem Rahmen ein eigenes Serverzentrum auf Kuba, bei dem die häufig genutzten Daten zwischengespeichert werden.

Bereits seit 2014 arbeitet Google mit der kubanischen Regierung zusammen und hat seine Produkte trotz der bestehenden US-Blockade schrittweise den Benutzern der Insel geöffnet. So sind inzwischen der Android-App-Store, der Chrome-Store sowie praktisch alle anderen Google-Dienste auf Kuba verfügbar.

Jahrelang war Kuba aufgrund der US-Blockade nur über Satellitenschüsseln mit dem Internet verbunden, erst im Januar 2013 konnte ein Unterseekabel aus Venezuela in Betrieb gehen. Nach wie vor fehlt die nötige Infrastruktur, um dessen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können. Bis heute gibt es nur wenige Privatanschlüsse auf der Insel, der Zugang zum Internet erfolgt meist innerhalb staatlicher Institutionen sowie über öffentliche Wifi-Hotspots.

Am vergangenen Montag hat Etecsa die Gebühren für die Internetnutzung gesenkt. Demnach kostet eine Stunde im weltweiten Netz von jetzt an 1, 50 Pesos Convertibles (rund 1,40 Euro), die Nutzung des Intranets 25 Centavos. Auch können Datenpakete für Mobilgeräte erworben werden. Zudem werden 2.000 Privathaushalte in der Altstadt von Havanna über Breitband mit ADSL-Technik einen Zugang zum Internet bekommen. Es gehe zunächst um eine Testphase von zwei Monaten, so eine Etecsa-Mitarbeiterin. Nach den Plänen der Regierung soll bis 2020 jeder zweite kubanische Haushalt über einen Internetanschluss verfügen.

Die Unterzeichnung des jetzigen Abkommens fällt in eine Reihe von Verträgen, die kurz vor Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump noch abgeschlossen werden. Trump hatte angekündigt, die Lockerungen der Wirtschaftssanktionen von Präsident Barack Obama rückgängig machen zu wollen, sollte Kuba keinen "besseren Deal anbieten". Kubanische und US-amerikanische Wirtschaftsvertreter bemühten sich deshalb in jüngster Zeit, Fakten zu schaffen, um die jetzige Politik der Normalisierung abzusichern. So schloss Kuba vor kurzem einen Vertrag mit General Electric über den Bau eines Wasserkraftwerks. Auch zwei neue US-Kreuzfahrtlinien steuern in Zukunft Kubas Häfen an.

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