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Peru erkennt indigene Sprache an

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Frauen der Yaminahua-Sprachgruppe
Frauen der Yaminahua-Sprachgruppe

Lima. Die Regierung in Peru hat Yaminahua offiziell als indigene Sprache anerkannt. Angehörige dieser Sprachminderheit leben insbesondere in der südöstlichen Region Ucayali, die sich im Amazonasgebiet befindet sowie in den angrenzenden Regionen Brasiliens und Boliviens. Die entsprechende Resolution des Bildungsministeriums  wurde im Amtsblatt El Peruano veröffentlicht. Darin wird die Notwendigkeit der Anerkennung der Yaminahua als Grundvoraussetzung für den Schutz der Mitglieder dieser Gruppe und deren Recht auf zweisprachige Bildung betont.

Im "Nationalen Plan zur interkulturellen zweisprachigen Bildung 2021", der von der Regierung im Dezember 2016 erlassen worden war, wird das Recht der indigenen Bevölkerung auf eine qualitativ gleichwertige Bildung im Vergleich zur übrigen Bevölkerung betont. Auch sollen alle Kinder aus indigenen Gemeinschaften das Recht und die Möglichkeit auf zweisprachige Bildung erhalten, um die kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt des Staates aufrechtzuerhalten, wie sich dem Amtsblatt El Peruano entnehmen lässt. Nach Angaben des Ministeriums für Kultur wird die Anzahl der Yaminahua-Sprechenden und der Angehörigen der gleichnamigen Volksgruppe auf 887 Personen geschätzt.

Das Alphabet der Sprache Yaminahua besteht aus 21 Zeichen. Seine Anerkennung trage – so schreibt die Zeitung La Republica – zur Sicherung der schriftlichen Weitergabe von Wissen, Traditionen und Weltanschauung des Yaminahua-Volkes bei.

Insgesamt werden in Peru neben Spanisch 47 indigene Sprachen gesprochen, wovon vier in den Anden und 40 im Amazonasgebiet beheimatet sind. Nach Angaben der Koordinationsstelle Indigene Völker in Lateinamerika und der Karibik gilt Quechua heute mit 83,11 Prozent als meistgesprochene indigene Sprache in Peru, gefolgt von Aymara mit elf Prozent.

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