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18.04.2017 Mexiko / Medien

Nachrichtenagentur indigener Frauen in Mexiko gegründet

Indigene Frauen in Mexiko wollen mit der Gründung einer Nachrichtenagentur ihre eigenen Stimmen zum Ausdruck bringen

Indigene Frauen in Mexiko wollen mit der Gründung einer Nachrichtenagentur ihre eigenen Stimmen zum Ausdruck bringen

Mexiko-Stadt. Frauen aus indigenen und afrikanisch-stämmigen Gemeinden Mexikos haben die Nachrichtenagentur Agencia de Noticias de Mujeres (Notimia) gegründet, deren Schwerpunkt auf den Aktivitäten der Gemeinden liegt und die Frauen selbst zu Wort kommen lassen will. Zum jetzigen Zeitpunkt haben sich bereits 200 Frauen aus Mexiko und mehr als 300 weitere aus ganz Lateinamerika der Agentur angeschlossen.

Eines der wesentlichen Ziele sei es, Nachrichten auch in indigenen Sprachen zur Verfügung zu stellen. Dies erklärte Guadalupe Martínez, Vertreterin der Allianz indigener Frauen Zentralamerikas und Mexiko, die die Gründung Notimias wesentlich mit voran getrieben hat. Alleine in Mexiko würden 69 Sprachen gesprochen, Nachrichten seien jedoch überwiegend nur im Spanischen verfügbar. Es sei eine "Selbstverständlichkeit, dass wir Nachrichten auch in anderen Sprachen des Landes hören sollten", ergänzte der Journalist Mardonio Carballo.

Daneben soll die Nachrichtenagentur einen Beitrag zur Unterstützung von interkultureller Kommunikation leisten und mit ähnlichen Institutionen in Afrika, Asien und den USA in Austausch treten.

Insbesondere "in einem Land, in dem Journalisten verschwinden und getötet werden" sei eine solches Projekt eine Notwendigkeit, so Carballo weiter, um als Gesellschaft vereinigt gegen derartig massive Angriffe auf die Pressefreiheit vorgehen zu können. So sind allein im vergangenen Monat drei Journalisten ermordet wurden. 

Das erste Ereignis, das von Notimia begleitet wird, ist das 16. Forum für indigene Fragen der Vereinten Nationen. Es findet vom 21. bis 29. April statt.

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