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03.05.2017 Kuba / Umwelt

Kuba startet neuen Plan für Klimapolitik

Kubas Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (CITMA), Elba Rosa Pérez Montoya

Kubas Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (CITMA), Elba Rosa Pérez Montoya

Quelle: cubadebate.cu

Havanna. Der Ministerrat von Kuba hat kürzlich ein Dokument mit dem Kurztitel "Tarea Vida" (Lebensaufgabe) verabschiedet, mit dem ein neues Kapitel der Klimapolitik des Landes gestartet wird. Es hat eine größere Reichweite als frühere Pläne. Seine Durchführung erfordert ein systematisches Programm umfangreicher Investitionen die kurzfristig (2020), mittelfristig (2030) langfristig (2050) und sehr langfristig (2100) erfolgen werden. Auf diesem Weg wird versucht, die für Kuba prognostizierten starken Veränderungen der klimatischen Bedingungen und die damit verbundenen großen Schäden abzuwenden und zu minimieren. Die Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt, Elba Rosa Pérez Montoya, versicherte, dass "die Umweltprobleme anwachsen und sich in einen entscheidenden Faktor bei der nachhaltigen Entwicklung verwandeln".

Kuba hat sich bereits recht früh mit Untersuchungen zum Klimawandel befasst, die von der Akademie der Wissenschaften 1991 begonnen worden waren. Diese wurden 2004 angesichts der Folgen der Hurrikane Charley und Iwan intensiviert. So wurde ein Megaprojekt über die Gefahren und die Verletzlichkeit der Küsten für die Jahre 2050 bis 2100 vorbereitet und mit 16 staatlichen Einrichtungen durchgeführt.

Das künftige Klima des Inselstaates wird gemäß einschlägiger Prognosen immer heißer und extremer werden, was sich bereits abzeichnet. So wurde Kuba von 2001 bis heute von neun starken Hurrikanen betroffen, was zuvor nie vorgekommen ist. Außerdem hat sich seit 1960 die Frequenz und Ausdehnung der Dürren signifikant erhöht und man geht zudem davon aus, dass der Meeresspiegel in den vergangenen fünf Jahren schneller als je zuvor angestiegen ist, was zur Zunahme von Überschwemmungen an der Küste führt.

Zu den elf Aufgabenbereichen des Klimaschutzplans gehören die Sicherung der Verfügbarkeit und der effizienten Nutzung des Wassers. Ferner soll die Wiederaufforstung so gestaltet werden, dass ein besserer Schutz des Bodens und des Wassers gewährleistet wird. Der Zerstörung und Verschlechterung der Korallenriffe soll Einhalt geboten und sie sollen saniert und erhalten werden.

Weitere Maßnahmen sind verbunden mit erneuerbarer Energie, energetischer Effizienz, Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheit und Tourismus. Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Umwelt ist mit der Durchführung und dem Monitoring des Plans beauftragt. Dessen weitere Funktion besteht darin, dass die Maßnahmen deutlich dazu beitragen werden, dass sich die Bevölkerung immer bewusster über die Risiken wird und ihr Wissen zu diesem Thema sowie ihre Teilnahme bei der Bewältigung des Phänomens ansteigen wird. Wegen der Bedeutung dieser Herausforderung wird der Klimaschutzplan zusätzlich in einer nächsten Sitzung der Nationalversammlung erörtert werden.

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