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24.10.2017 Peru / USA / Menschenrechte / Umwelt

Kleinbäuerin aus Peru klagt vor US-Gericht gegen Bergbaukonzern

Widerstand gegen Vetreibung

Die peruanische Kleinbäuerin Acuña setzt sich gegen Menschenrechtsverletzungen durch Bergbaukonzern zur Wehr

Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY-NC

Cajamarca, Peru. Die peruanische Kleinbäuerin Maxima Acuña hat vor dem Bundesgericht in Delaware, USA, Klage gegen den Bergbaukonzern Newmont Mining eingereicht. Es geht um die Anerkennung von Menschenrechtsverletzungen durch den US-Konzern gegen Acuña und ihre Familie. Das Unternehmen hatte im Mai diesen Jahres vor dem Obersten Gerichtshof Perus gegen Acuña geklagt und verloren. Damals ging es um die Rechtmäßigkeit von Landtiteln, die beide Seiten für sich beansprucht hatten.

Newmont Mining betreibt in der nördlichen Region Cajamarca gemeinsam mit dem peruanischen Unternehmen Yanacocha eine der profitabelsten und größten Tagebauminen Südamerikas. Maxima Acuña und ihre Familie sollten von ihrem Land vertrieben werden, Newmont Mining warf ihnen illegale Landbesetzung vor. Ein Gericht urteilte im Mai aber zugunsten Acuñas, da diese bereits im Jahr 1994 das Land rechtmäßig erworben hatte. Das Unternehmen konnte nur Urkunden über einen Erwerb von Land aus dem Jahr 1996 vorlegen.

Seit 2011 wurde gegen Acuña und ihre Angehörigen mehrfach durch bewaffnete Sicherheitsleute, die im Dienst von Newmont Mining standen, Gewalt angewendet. Diese drangen auch in ihr Haus ein und bedrohten sie, um die Familie zum Verlassen des Landes zu zwingen. Dieses gewaltsame Vorgehen, das auf Videos dokumentiert wurde, möchte Acuña nun in den USA richterlich überprüfen und einordnen lassen.

"Neben den physischen Attacken haben wir auch emotional und seelisch gelitten. Auch unsere Würde und unser guter Ruf mussten leiden", begründete Acuña nun ihre Klage. "Wir wollen auch von einem Gericht in den USA Gerechtigkeit gegenüber Newmont erfahren, damit die Übergriffe und die Schäden, die wir erleiden mussten, bestätigt werden." Newmont erwiderte darauf bereits in einer Stellungnahme, dass sie die Familie und die Menschenrechte zwar respektieren, sich aber weiter im Recht sehen, entsprechende Eigentumsrechte auf das umstrittene Land zu haben.

Acuña hatte im vergangenen Jahr den renommierten Goldman-Preis für Umweltschutz erhalten. Durch die große Aufmerksamkeit ihres Falles ist sie wegen ihres geleisteten Widerstands zu einem Symbol gegen Bergbaukonzerne und deren teils skrupellose Methoden geworden.

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