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Kuba: Varadero bekommt 4-G-Datennetz

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An einem der Strände von Varadero in der Provinz Matanzas, Kuba
An einem der Strände von Varadero in der Provinz Matanzas, Kuba

Varadero. Bis zum Ende des Monats soll Kubas Touristen-Hochburg Varadero über mobiles Internet mittels 4-G-Technologie verfügen. Dies berichtet die kubanische Tageszeitung Juventud Rebelde. Derzeit läuft im gesamten Land der Testbetrieb für das mobile Datennetz auf 3-G-Basis, das bis Ende April die über 4,5 Millionen Handynutzer der Insel erreichen soll.

In Kubas wirtschaftsstarker Provinz Matanzas kommt der Ausbau des Internets planmäßig voran. Mehr als 65.000 neue Handykunden kamen laut dem staatlichen Telekommunikationsversorger Etecsa allein im vergangenen Jahr hinzu. Heute zählt die Provinz 362.000 Handynutzer, fast jeder zweite Einwohner nutzt damit das Mobilfunknetz.

Bereits 2017 wurden in allen Provinzhauptstädten neue Handymasten der dritten Generation aufgestellt, die mobiles Internet mit Übertragungsraten von theoretisch bis zu 4 Megabit liefern können. Kuba setzt dabei auf das 900-Megahertz-Frequenzband, das bessere Übertragungsraten in geschlossenen Räumen und entlegenen Gebieten bieten soll. Die Sendemasten kommen von chinesischen Firmen wie Haier und Huawei, die das mobile Internet bereits in anderen Ländern der Region ausgebaut haben.

Auch in weiteren Teilen Kubas sind die größeren Gemeinden mit dem 3-G-Netz versorgt. So wurden 2017 in der östlichen Provinz Granma die Hauptstadt Bayamo sowie Manzanillo und Pilón versorgt. Dabei wurden die Funkmasten der zweiten Generation in gebirgige Gegenden wie Bartomolé Maso, Bueycito und Buey Arriba verlegt, wo bisher oftmals noch gar kein Handyempfang möglich war. Bis zum Ende des Jahres sollen auch kleine Städte wie Yara, Río Cauto und Guisa mit 3-G-Datennetz versorgt werden.

Schon heute können Kubaner und Touristen das mobile Internet über den US-amerikanischen Roaminganbieter Digicel nutzen. Die Preise sind mit 25 US-Dollar für 100 Megabyte jedoch hoch. Digicel hat inzwischen angekündigt, den Roaming-Service am 9. April einzustellen. Etecsa plant, mit einem eigenen Angebot an den Start zu gehen, das "weniger schmerzhaft" für die Geldbeutel der Kubaner sein soll.

Kubas Regierung treibt die Digitalisierung des Landes seit einigen Jahren massiv voran. 2014 wurde ein Plan zum flächendeckenden Ausbau des Internets genehmigt, im Jahr 2016 begann das erste Pilotprojekt für private Internetanschlüsse zu Hause. Während die schlechte Infrastruktur derzeit nur einige zehntausend Nutzer für "nauta hogar" zulässt – derzeit zählt das Angebot knapp 12.000 Kunden, die für 0,50 US-Dollar pro Stunde von zu Hause aus surfen–, könnte das mobile Internet über die Handynetze bald eine viel breitere Nutzung ermöglichen. Bis Jahresende sollen neben Varadero auch andere dicht besiedelte Gebiete über LTE-Netz verfügen.

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