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23.09.2018 Brasilien / Politik

Kandidat der Arbeiterpartei in Brasilien legt in Umfragen weiter zu

Legt in Umfragen zu: Fernando Haddad von der Arbeiterpartei Brasiliens

Legt in Umfragen zu: Fernando Haddad von der Arbeiterpartei Brasiliens

Quelle: pt.org.br

Curitiba/Brasília. Laut der aktuellsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ibope zu den Präsidentschaftswahlen in Brasilien kommt der Kandidat der Arbeiterpartei (PT), Fernando Haddad, auf 19 Prozent und konnte damit seit der letzten Umfrage um 11 Punkte zulegen. Der rechtsextreme Kandidat der Sozialliberalen Partei, Jair Bolsonaro, liegt bei 28 und Ciro Gomes, Mitte-Linkskandidat von der Demokratischen Arbeiterpartei, bei 11 Prozent.

Der seit April inhaftierte ehemalige Präsident Lula da Silva darf weiterhin keine Interviews geben oder Videos aufnehmen, die zum laufenden Wahlkampf in Brasilien beitragen. Durch richterlichen Beschluss ist er von der Teilnahme als Kandidat ausgeschlossen, dennoch ist Lula eine entscheidende Figur im Disput um die Präsidentschaftswahl. Angesichts der ersten Wahlrunde in zwei Wochen rief er dazu auf, "den Aktivismus zu verdoppeln".

Am vergangenen Wochenende waren der frühere argentinische Außenminister Jorge Taiana und der US-amerikanische Linguist Noam Chomsky nach Brasilien gereist, um an einem Forum der Arbeiterpartei PT teilzunehmen und den politischen Gefangenen zu besuchen. Auch ehemalige Premierminister aus Europa, wie José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien), Dominique de Villepin (Frankreich), und Massimo D'Alema (Italien) waren anwesend. Aus Lateinamerika nahmen neben Taiana unter anderem der frühere Regierungschef von Mexiko-Stadt, Cuauhtémoc Cárdenas und der chilenische Ex-Staatsminister Carlos Ominami teil. Taiana sagte nach einem Treffen mit Haddad, es sei "sehr schwerwiegend, dass Lula in Haft ist und dass die verfassungsmäßigen Garantien nicht eingehalten werden".

Bolsonaro, der nach einen Messerangriff noch immer im Krankenhaus ist, äußerte sich indes zu Schätzungen von Datafolha, nach denen Haddad ihn besiegen könnte. In einer Live-Übertragung aus dem Spital griff er die Arbeiterpartei scharf an und beschuldigte sie des Wahbetrugs. Lula betreffend, den er lediglich "den Inhaftierten in Curitiba" nannte, sagte er, dieser sei nicht vor seiner Inhaftierung geflüchtet, da er einen Plan B habe, der ihm die Beeinflussung der Wahlen zu Gunsten der PT ermöglichen würde.

"Am wahrscheinlichsten ist, dass Haddad und Bolsonaro in der zweiten Runde sind. Aber noch ist es nicht entschieden. Diese Wahl ist sehr verschieden von früheren, sie hat einen sehr hohen Grad der Unvorhersehbarkeit", meint Andréa Marcondes de Freitas, Professorin der Politikwissenschaften an der Landesuniversität von Campinas.

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