Bolivien verbessert durch Ausbau von Kanalhäfen Zugang zum Atlantik

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Am Kanal Tamango soll in Zukunft vermehrt Handel in Richtung des Atlantiks zu Mündungen in Brasilien und Uruguay geführt werden
Am Kanal Tamango soll in Zukunft vermehrt Handel in Richtung des Atlantiks zu Mündungen in Brasilien und Uruguay geführt werden

La Paz. Bolivien investiert in Infrastrukturprojekte und will vor allem die Exportkosten auf dem Wasserweg in Richtung des Atlantiks verringern. So wurde der Ausbau der internationalen Häfen entlang des Kanalsystems an der Grenze zu Brasilien bekanntgegeben. Die Häfen Aguirre, Jennifer und Gravital am Tamengo-Kanal und der Hafen Puerto Bosch an der Grenze zu Paraguay sollen künftig so erweitert werden, dass sie einen wichtigen Beitrag beim Transport von Import- wie Exportgütern leisten können. Bolivien verspricht sich davon hohe Kosteneinsparungen, die den Anschluss an den internationalen Handel garantieren sollen.

Die drei Häfen Aguirre, Jennifer und Gravital sollen künftig Umschlagplätze für mindestens fünf Millionen Tonnen Waren jährlich sein. Der Vorsitzende der Kammer für Industrie, Handel und Tourismus von Santa Cruz, Jorge Arias, hofft auf einen deutlichen Impuls für die Wirtschaft des Landes und rechnet mit einer Einsparung von Transportkosten im internationalen Handel um 20 Prozent und einer Zeitersparnis von 15 bis 20 Prozent.

Nach dem Rückschlag bei der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Chile über einen Zugang zum Pazifik wird Bolivien auch in Zukunft auf den Zugang zum Atlantik über die Wasserstraßen in Paraguay, Brasilien und Uruguay setzen müssen, auch wenn Verträge die vergünstigte Nutzung von Häfen an der chilenischen Pazifikküste ermöglichen.

Am vergangenen Samstag hat Präsident Evo Morales zudem eine weitere Investition in die soziale Infrastruktur eingeweiht. In Potosí nahm die landesweit größte Einrichtung für Menschen mit Behinderung den Betrieb auf. Dort sollen von nun an bis zu 5.400 Personen medizinisch versorgt werden. Die Kosten des Baus betrugen 50 Millionen Bolivianos (rund 6,3 Millionen Euro). Laut dem Gouverneur von Potosí, Juan Carlos Cejas, sind seit 2006 im Departamento Potosí 554 Millionen Bolivianos (rund 70 Millionen Euro ins Gesundheitswesen investiert worden.

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